Travemünde 23.01.2007 | »Wenn Sie mal von Travemünde hören und den Namen Lichtenhagen, mit dem haben Sie heute gesprochen«, sagt Rudi Lichtenhagen und grinst spitzbübisch: »Die waren so unvorsichtig, mit jemandem zu sprechen, der in Travemünde manchmal ein bisschen Lokalpolitik mitmacht«, schmunzelt er. Der bekannte Travemünder gab »Travemünde Aktuell« einen Tipp, und von da an machte die »Nymphe von Boltenhagen« ihre Runde durch den Norddeutschen Blätterwald.

Gemeinsam mit seinem Jack-Russel-Welpen »Willi« hatte Rudi Lichtenhagen am Neujahrsmorgen einen Spaziergang zum Hundestrand gemacht. »Da kam plötzlich ein größerer Hund, ein große Brauner«, erzählt er.

»Die Rasse weiß ich nicht.« Welpe Willi befasste sich jedenfalls mit dem großen Braunen, und die dazugehörigen Herrchen und Frauchen kamen ins Gespräch. »Das war so ein junges Pärchen, die kamen dann zu mir«, sagt Rudi Lichtenhagen. »Ach, hab ich gesagt, sind Sie hier zu Besuch?«. Die junge Frau bejahte, sie käme gerade aus Kopenhagen und hätte sich mit ihrem Begleiter dort die Meerjungfrau angeguckt. Da hätten die beiden sehen wollen, wie die in Kopenhagen so vermarktet wird.

In der Lübecker Bucht wolle man nun feststellen, ob irgendwo eine Kurverwaltung daran interessiert sei, »die aus Boltenhagen verbannte Nymphe aufzunehmen«, erzählt Rudi Lichtenhagen. »Ach hab ich dann gesagt, das ist ja interessant«, repetiert Rudi Lichtenhagen das Gespräch. Auf seine Frage, ob man denn mit der Travemünder Kurverwaltung schon gesprochen hätte, hätten die beiden geantwortet, ja, man sei im Gespräch.

»Und dann meinte der junge Mann, wie sehen Sie das hier so als Travemünder, ob so was hier wohl angenommen wird?«. Rudi Lichtenhagen zeigte sich überzeugt, »wenn Unternehmen aus dem Tourismus nach Travemünde kommen und hier ein Event stattfinden lassen, und es kostet die Hansestadt Lübeck kein Geld, dann ist hier jeder willkommen«. Die Antwort hätte den beiden scheinbar gefallen, und sie zogen von dannen.
»Also ich könnte mir auch vorstellen, dass die Nymphe aus Boltenhagen irgendwann mal durch die Ostsee schwimmt und hier auf dem Priwall oder auf dem Möwenstein dann wieder auftaucht«, sagt Rudi Lichtenhagen.
Die Namen der beiden Fremden seien das ganze Gespräch über nicht gefallen. Aber: »Im Laufe des Gespräches erst, das ich mit dem jungen Mann geführt hab, hat sich dann die junge Frau öfters mal in das Gespräch eingeschaltet, und hat ihn verbessert oder ergänzt. Und da hab ich sie mir ein bisschen näher angeguckt, und die markante Nase, die erinnerte mich, eben weil wir auch das Gespräch von Boltenhagen hatten, hab ich mir gedacht, das muss doch die Nymphe sein«, sagt Rudi Lichtenhagen. Ja, die Nase. Lichtenhagen kennt von einer Reise das verschollene Boltenhagener Original. »Sie ist etwas spitz. Eine Adlernase also, im positiven Sinne«, erklärt er. »Ist ja auch schön anzusehen, sie war ja auch mal Schönheitskönigin von Rheinland-Pfalz.«

Die Bestätigung, dass es sich bei der jungen Frau wohl um Katrin Nonnenmacher handeln musste, fand der Spaziergänger auch darin, dass sie sagte, sie führen gegen Mittag weiter nach Bad Vilbel. »Ah, hab ich gesagt, das ist doch die Stadt mit dem tollen Mineralwasser. Ja, wurde mir dann bestätigt«.
Viele Travemünder glauben immer noch, die Meerjungfrau sei eine Zeitungsente. Ein bisschen was ist aber dran, wie die seltsame Begegnung von Rudi und Willi mit der Schönen vom Hundestrand zeigt. HN

Weitere Infos:
06.01.2007: Travemünde Aktuell zum Frühstück
09.01.2007: Eine Nymphe macht die Runde
13.01.2007: Nixenflut an der Ostsee?
15.01.2007: Ein schöner Fotopoint
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