Samstag, 4. Februar 2012 | 23 Benutzer online (heute max. 31)
 
 

Die Nymphe ist keine Ente

Rudi Lichtenhagen aus Travemünde sprach tatsächlich als einziger Zeuge mit der Nymphe von Boltenhagen

Travemünde 23.01.2007 | »Wenn Sie mal von Travemünde hören und den Namen Lichtenhagen, mit dem haben Sie heute gesprochen«, sagt Rudi Lichtenhagen und grinst spitzbübisch: »Die waren so unvorsichtig, mit jemandem zu sprechen, der in Travemünde manchmal ein bisschen Lokalpolitik mitmacht«, schmunzelt er. Der bekannte Travemünder gab »Travemünde Aktuell« einen Tipp, und von da an machte die »Nymphe von Boltenhagen« ihre Runde durch den Norddeutschen Blätterwald.

Rudi Lichtenhagen und Jack-Russell »Willi« trafen am Neujahrsmorgen in Travemünde die leibhaftige Nymphe von Boltenhagen. Erstmals sprechen sie jetzt von ihrer seltsamen Begegnung. Foto: NORMANN
Rudi Lichtenhagen und Jack-Russell »Willi« trafen am Neujahrsmorgen in Travemünde die leibhaftige Nymphe von Boltenhagen. Erstmals sprechen sie jetzt von ihrer seltsamen Begegnung. Foto: NORMANN

Gemeinsam mit seinem Jack-Russel-Welpen »Willi« hatte Rudi Lichtenhagen am Neujahrsmorgen einen Spaziergang zum Hundestrand gemacht. »Da kam plötzlich ein größerer Hund, ein große Brauner«, erzählt er.

Ob hier irgendwo ne Bronze-Skulptur verbuddelt ist? Jack-Russel-Welpe »Willi« war dabei. Foto: HN
Ob hier irgendwo ne Bronze-Skulptur verbuddelt ist? Jack-Russel-Welpe »Willi« war dabei. Foto: HN

»Die Rasse weiß ich nicht.« Welpe Willi befasste sich jedenfalls mit dem großen Braunen, und die dazugehörigen Herrchen und Frauchen kamen ins Gespräch. »Das war so ein junges Pärchen, die kamen dann zu mir«, sagt Rudi Lichtenhagen. »Ach, hab ich gesagt, sind Sie hier zu Besuch?«. Die junge Frau bejahte, sie käme gerade aus Kopenhagen und hätte sich mit ihrem Begleiter dort die Meerjungfrau angeguckt. Da hätten die beiden sehen wollen, wie die in Kopenhagen so vermarktet wird.

Ziemlich weit draußen: Die »Nymphe von Boltenhagen«, wie sie im benachbarten Ostseebad lange auf einem Stein im Meer saß. Foto: RUDI LICHTENHAGEN
Ziemlich weit draußen: Die »Nymphe von Boltenhagen«, wie sie im benachbarten Ostseebad lange auf einem Stein im Meer saß. Foto: RUDI LICHTENHAGEN

In der Lübecker Bucht wolle man nun feststellen, ob irgendwo eine Kurverwaltung daran interessiert sei, »die aus Boltenhagen verbannte Nymphe aufzunehmen«, erzählt Rudi Lichtenhagen. »Ach hab ich dann gesagt, das ist ja interessant«, repetiert Rudi Lichtenhagen das Gespräch. Auf seine Frage, ob man denn mit der Travemünder Kurverwaltung schon gesprochen hätte, hätten die beiden geantwortet, ja, man sei im Gespräch.

Am 6. Januar 2007 enthüllte »Travemünde Aktuell« im Newsletter  exklusiv die Meerjungfrau-Pläne für Travemünde.
Am 6. Januar 2007 enthüllte »Travemünde Aktuell« im Newsletter exklusiv die Meerjungfrau-Pläne für Travemünde.

»Und dann meinte der junge Mann, wie sehen Sie das hier so als Travemünder, ob so was hier wohl angenommen wird?«. Rudi Lichtenhagen zeigte sich überzeugt, »wenn Unternehmen aus dem Tourismus nach Travemünde kommen und hier ein Event stattfinden lassen, und es kostet die Hansestadt Lübeck kein Geld, dann ist hier jeder willkommen«. Die Antwort hätte den beiden scheinbar gefallen, und sie zogen von dannen.

»Also ich könnte mir auch vorstellen, dass die Nymphe aus Boltenhagen irgendwann mal durch die Ostsee schwimmt und hier auf dem Priwall oder auf dem Möwenstein dann wieder auftaucht«, sagt Rudi Lichtenhagen.

Die Namen der beiden Fremden seien das ganze Gespräch über nicht gefallen. Aber: »Im Laufe des Gespräches erst, das ich mit dem jungen Mann geführt hab, hat sich dann die junge Frau öfters mal in das Gespräch eingeschaltet, und hat ihn verbessert oder ergänzt. Und da hab ich sie mir ein bisschen näher angeguckt, und die markante Nase, die erinnerte mich, eben weil wir auch das Gespräch von Boltenhagen hatten, hab ich mir gedacht, das muss doch die Nymphe sein«, sagt Rudi Lichtenhagen. Ja, die Nase. Lichtenhagen kennt von einer Reise das verschollene Boltenhagener Original. »Sie ist etwas spitz. Eine Adlernase also, im positiven Sinne«, erklärt er. »Ist ja auch schön anzusehen, sie war ja auch mal Schönheitskönigin von Rheinland-Pfalz.«

Die Meerjungfrau auf dem Möwenstein, wie sie der Berliner Illustrator Christian Badel, inspiriert von einem Geibel-Gedicht, sieht. Das mit dem Standort Möwenstein ist natürlich Unsinn, der Findling ist ein Naturdenkmal. Ihn anzubohren und eine Statue zu befestigen, würde eine empfindliche Geldstrafe nach sich ziehen. Eine schöne Vorstellung ist es trotzdem.
Die Meerjungfrau auf dem Möwenstein, wie sie der Berliner Illustrator Christian Badel, inspiriert von einem Geibel-Gedicht, sieht. Das mit dem Standort Möwenstein ist natürlich Unsinn, der Findling ist ein Naturdenkmal. Ihn anzubohren und eine Statue zu befestigen, würde eine empfindliche Geldstrafe nach sich ziehen. Eine schöne Vorstellung ist es trotzdem.

Die Bestätigung, dass es sich bei der jungen Frau wohl um Katrin Nonnenmacher handeln musste, fand der Spaziergänger auch darin, dass sie sagte, sie führen gegen Mittag weiter nach Bad Vilbel. »Ah, hab ich gesagt, das ist doch die Stadt mit dem tollen Mineralwasser. Ja, wurde mir dann bestätigt«.

Viele Travemünder glauben immer noch, die Meerjungfrau sei eine Zeitungsente. Ein bisschen was ist aber dran, wie die seltsame Begegnung von Rudi und Willi mit der Schönen vom Hundestrand zeigt. HN

Manchen sieht man es an der Nasenspitze an: Die Meerjungfrau bzw. Nymphe, als sie noch auf einem Felsen vor Boltenhagen saß. Sie wurde letztes Jahr als gestohlen gemeldet. Gerüchte besagen, dass die Original-Statue irgendwo in einer Garage in Boltenhagen versteckt ist. Foto: Karl-Ernst Schmidt
Manchen sieht man es an der Nasenspitze an: Die Meerjungfrau bzw. Nymphe, als sie noch auf einem Felsen vor Boltenhagen saß. Sie wurde letztes Jahr als gestohlen gemeldet. Gerüchte besagen, dass die Original-Statue irgendwo in einer Garage in Boltenhagen versteckt ist. Foto: Karl-Ernst Schmidt

Weitere Infos:

06.01.2007: Travemünde Aktuell zum Frühstück

09.01.2007: Eine Nymphe macht die Runde

13.01.2007: Nixenflut an der Ostsee?

15.01.2007: Ein schöner Fotopoint


 

 

Artikelaufrufe seit dem 23.01.2007, 08:00 Uhr: 6389
Letzter Zugriff auf diesen Artikel am 04.02.2012 um 09:00 Uhr.
Zugriffe heute: 2; gestern: 0

 

Merken Drucken Empfehlen Kommentieren

 

 

 

Zufallsbild

Lesen Sie zum Bild den Artikel vom 28.07.2011:

Schneider vorzeitig Goldcup-Sieger der Folkeboote

TOP 5 Artikel

... des Vortages nach Zugriffen:

03.02.2012 (324)

Fisch-Kombüse in der Vorderreihe eröffnet

02.02.2012 (290)

Haus ausgebrannt

03.02.2012 (191)

Winterliches von der Küste

03.02.2012 (182)

»Man konnte sehen, aber nicht hin«

02.02.2012 (156)

1.000 Euro für die Feuerwehr

Kalender

  Februar 2012

#MoDiMiDoFrSaSo
5  12345
66789101112
713141516171819
820212223242526
9272829
 

  März 2012

#MoDiMiDoFrSaSo
9   1234
10567891011
1112131415161718
1219202122232425
13262728293031
 

Grau hinterlegt: Schulferien in Schleswig-Holstein
Travemünde:
Sonnenaufgang 07:55 Uhr, Sonnenuntergang 17:04 Uhr

Video aktuell
Werbung
Veranstaltungen in und um Travemünde

04.02.2012

09.30-18.30 Uhr: Kunstausstellung – »Bilder vom Meer«.

10.00 Uhr: Gottesdienst.

10.00-17.00 Uhr: Besichtigung der Ostseestation »Was lebt in der Ostsee«.

11.00-17.00 Uhr: »Intensiv Malworkshop Acryl«

14.00-18.00 Uhr: Kunst in der Galerie Michael Weigel.

20.00 Uhr: Party TOTAL ! Die Party an der Küste...

05.02.2012

09.30-18.30 Uhr: Kunstausstellung – »Bilder vom Meer«.

10.00 Uhr: Gottesdienst.

10.00 Uhr: Gottesdienst.

10.00-17.00 Uhr: Besichtigung der Ostseestation »Was lebt in der Ostsee«.

11.00-17.00 Uhr: »Intensiv Malworkshop Acryl«

13.00 Uhr: Gästebegrüßung.

13.00-16.00 Uhr: Besuch des ältesten Leuchtturms Deutschlands.

14.00 Uhr: Schiffe in Travemünde / Besuch der Schiffs-Information.

15.00 Uhr: Tanztee mit Livemusik.

15.00 Uhr: Kurzvortrag Alter Leuchtturm.

15.30 Uhr: Kaffeehausmusik.

20.00 Uhr: Captains Corner – Kühle Drinks & gute Musik.

Ausführliche Informationen