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Souvenir-Handel in freudiger Erwartung:

Im Ostseebad Travemünde hofft man auf gutes Geschäft mit der geheimnisvollen »Nymphe von Boltenhagen«

Travemünde 24.01.2007 | »Immer nur Passat und Leuchtturm, das haben unsere Kunden nun langsam die Faxen dicke nach dreißig Jahren!«, sagt Helga Gnieß aus dem Ostseebad Travemünde. Die Geschäftsfrau leitet mit ihrem Sohn Marcus das Fachgeschäft »Glas & Porzellan« – sie lebt von Souvenirs. Da kam eine Nachricht vor zwei Wochen gerade recht: Die berühmte »Nymphe von Boltenhagen«, eine Meerjungfrau aus Bronze, die im vergangenen Jahr dem Konkurrenzbad abtrünnig geworden war und unter ungeklärten Umständen verschwand, solle bald in Travemünde wieder auftauchen, rauschte es durch den Norddeutschen Blätterwald. Die Nachricht elektrisiert die örtliche Andenken-Branche.

»Die soll gern kommen«. Helga Gnieß handelt mit Glas, Porzellan und Souvenirs im Ostseebad Travemünde. Ein attraktives Motiv wie die ehemals Boltenhagener Meerjungfrau käme ihr für ihre Wandteller, Tassen und Porzellan-Fingerhüte gerade recht. Foto: RD
»Die soll gern kommen«. Helga Gnieß handelt mit Glas, Porzellan und Souvenirs im Ostseebad Travemünde. Ein attraktives Motiv wie die ehemals Boltenhagener Meerjungfrau käme ihr für ihre Wandteller, Tassen und Porzellan-Fingerhüte gerade recht. Foto: RD

Als erstes freute sich der Chef des örtlichen Hotel- und Gaststättenverbandes (DEHOGA) und Maritim-Direktor Oliver Gut: Die Bronzestatute der Meerjungfrau würde sich doch gut auf dem Priwall machen und Touristen hätten etwas zu fotografieren. Jetzt wird auch die Souvenirbranche hellhörig: »Da machen wir gleich neue Souvenirs«, sagt Mitbringsel-Expertin Helga Gnieß. Sie sieht die halbnackte mit dem Fischschwanz schon auf Tassen und Aschenbechern. »Das sieht doch optisch sehr schön aus«, sagt sie.

Auch Andreas Müller vom »Strandbasar« ist an der Schönen interessiert: »Verkaufen würde ich sie«, sagt er. Im Regal neben dem Leuchtturm, den Möwen, den Tassen und Muscheln ist noch Platz. Nur zu teuer sollte die Jungfrau nicht sein, über 10 Euro ginge heute kaum noch was, sagt er.

Würde gern auch Meerjungfrauen verkaufen: Andreas Müller vom »Strandbasar«. Foto: RD
Würde gern auch Meerjungfrauen verkaufen: Andreas Müller vom »Strandbasar«. Foto: RD

Im Foyer des Aqua-Top findet man seit vielen Jahren das berühmte Bistro von Wally und Bernd Levy. »Ich hab noch eine Meerjungfrau aus Kupfer zuhause, die hab ich mal auf dem Flohmarkt gekauft«, sagt Bernd. »Die stellen wir dann hier aus.« Und Wally verspricht: »Wenn die Meerjungfrau in Travemünde auftaucht, dann back ich eine Meerjungfrau-Torte!«.

Im Foyer des Aqua-Top findet man seit vielen Jahren das berühmte Bistro von Wally und Bernd Levy. »Ich hab noch eine Meerjungfrau aus Kupfer zuhause, die hab ich mal auf dem Flohmarkt gekauft«, sagt Bernd. »Die stellen wir dann hier aus.« Und Wally verspricht: »Wenn die Meerjungfrau in Travemünde auftaucht, dann back ich eine Meerjungfrau-Torte!«. Foto: KEV
Im Foyer des Aqua-Top findet man seit vielen Jahren das berühmte Bistro von Wally und Bernd Levy. »Ich hab noch eine Meerjungfrau aus Kupfer zuhause, die hab ich mal auf dem Flohmarkt gekauft«, sagt Bernd. »Die stellen wir dann hier aus.« Und Wally verspricht: »Wenn die Meerjungfrau in Travemünde auftaucht, dann back ich eine Meerjungfrau-Torte!«. Foto: KEV

Wenn stimmt was die Gerüchteküche sagt, dann wird die Meerjungfrau vor der Halbinsel Priwall auftauchen. Das würde passen, denn hier entsteht gerade ein Feriendorf nach Skandinavischem Vorbild. Und die »Mutter aller Meerjungfrauen« sitzt ja bekanntlich im Hafen von Kopenhagen.

Der Weg zum Travemünder Priwall führt über den »Kiosk an der Priwallfähre«. Auch da hat man schon von der Meerjungfrau gehört: »Ja, klar das machen wir«, sagt Inhaberin Christiane Hempfler-Thierfeldt. Sie verkauft besonders viele T-Shirts und Einkaufstaschen mit dem Motiv der Viermastbark »Passat«, einem Travemünder Wahrzeichen. »Das wäre gut, wenn es diese beiden Artikel auch mit Meerjungfrau-Motiv gäbe«, sagt sie.

Die kleine Porzellan-Robbe ist süß, aber so eine Meerjungfrau hätte sicher auch ihre Fans: Christiane Hempfler-Thierfeldt vom Travemünder »Kiosk an der Priwallfähre« würde das Fabelwesen in ihren Regalen willkommen heißen. Foto: RD
Die kleine Porzellan-Robbe ist süß, aber so eine Meerjungfrau hätte sicher auch ihre Fans: Christiane Hempfler-Thierfeldt vom Travemünder »Kiosk an der Priwallfähre« würde das Fabelwesen in ihren Regalen willkommen heißen. Foto: RD

Nur einer will keinen Platz in seinen Regalen für die Fischfrau frei räumen: Lars Matzen, Chef vom Kaufhaus in der mondänen Vorderreihe: »Ich stehe einer Meerjungfrau neutral gegenüber, weil ich der Meinung bin, dass wir etwas bestehendes wie in Kopenhagen nicht noch mal brauchen«, sagt er. Als Gag würde er die Meerjungfrau ganz lustig finden, wenn sie mal in Travemünde auftauchte, aber nur für zwei Wochen. Dann solle sie weiterziehen, vielleicht ins benachbarte Timmendorfer Strand. Diese Woche fährt der Kaufmann aber zufällig nach Kopenhagen, und da will er die andere Meerjungfrau mal besuchen. Wer weiß, vielleicht bittet er die Dame dann ja doch, zu bleiben… RD

Weitere Infos zum Thema auf »Travemünde-Aktuell:«

06.01.2007: Travemünde Aktuell zum Frühstück

09.01.2007: Eine Nymphe macht die Runde

13.01.2007: Nixenflut an der Ostsee?

15.01.2007: Ein schöner Fotopoint

23.01.2007: Die Nymphe ist keine Ente

Lesetipp: Eine ähnliche Umfrage lief bereits am 17. Januar 2007 auf HL-live.de und wurde dort sehr kontrovers diskutiert

www.hl-live.de/aktuell/text.php?id=28825


 

 

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