Travemünde 10.02.2007 | Eine ältere Dame fixiert mich unablässig. Ich stehe an der Kasse, werde unsicher, was will sie von mir? Sie spricht mich an: »Junger Mann, darf ich sie fragen ob ich gleich ihr Körbchen haben kann, wenn sie ihre Sachen eingepackt haben?« Erleichterung: Also das Körbchen war’s, nicht ich.

REWE Marktmanager Harry Schaller weiß, wie seine Kunden die kleinen roten Dinger lieben. So sehr, dass sie Beinchen bekommen. Mehr als 1500 sind in den letzten Jahren verschwunden. Statistisch gesehen müsste in jedem fünften Travemünder Haushalt ein rotes REWE-Körbchen stehen.

Rund 70 Körbchen verschwinden pro Monat. Und wie viele sind geblieben? Jedenfalls ganz wenige sind nur noch da – ein untrügliches Zeichen, wenn die Kundschaft an der Kasse schon wartet, bis eines frei wird.

»Sie passen ja so schön aufs Fahrrad«, meint Björn Knebelau, Assistent des Marktmanagers, »bequem kann man den kleinen Einkauf zum Auto tragen, und manch ein Kunde schätzt die kleinen Hilfen, weil da genau so viel reingeht, wie er zur Kasse tragen kann. Und was er zur Kasse tragen kann, kann er auch nach Hause tragen. So einfach ist das!"

Manager Schaller sieht den Schwund ganz locker. »Wissen Sie«, meint Schaller, »so wie unsere Kunden die Körbchen lieben, so gerne kommen sie zu uns. Viele Stammkunden bringen sie ja wieder. Wir sehen darin einen Service und warum sollen wir uns nicht über die Reklame freuen, wenn sie irgendwo draußen auftauchen«. »Nein, das ist ja keine Aufforderung, sich damit noch mehr zu bedienen und uns tun all Jene leid, die auf ein freies Körbchen warten oder stattdessen einen schweren Einkaufswagen schieben müssen.«
Schaller ganz offen: »Es ist uns auch nichts eingefallen, wie wir den Schwund verhindern sollen. Pfand – das hatten wir schon mal probiert und es gab Ärger. Andere Systeme sind viel zu teuer. Wir leben damit und unsere Kunden finden diesen kleinen Service gut.« Alle Achtung Herr Schaller!

Zum Schluss die gute Nachricht für alle Körbchen-Fans: 400 neue sind bestellt! Oft sind es die kleinen Dinge, die große Freude bereiten! Geht es uns nicht gut an der Küste? KEV
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Letzter Zugriff auf diesen Artikel am 17.05.2012 um 06:52 Uhr.
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