Travemünde 18.04.2007 | Der direkte Draht von Bord in die Klinik: Die Reederei TT-Line sorgt in einem gemeinsamen Projekt mit den Herzspezialisten der SEGEBERGER KLINIKEN GMBH (SK) für mehr Sicherheit der Passagiere im Falle eines möglichen Herzinfarkts.

An Bord aller Fährschiffe der Lübecker Reederei TT-Line reisen die Passagiere zukünftig noch sicherer. Durch eine Kooperation mit der kardiologischen Abteilung der SEGEBERGER KLINIKEN GRUPPE in Bad Segeberg ist es ab sofort möglich, bei Verdacht auf einen Herzinfarkt über eine Telefonleitung direkt erfahrene Herzspezialisten zu Rate zu ziehen. »Wir wollen in puncto Sicherheit und Gesundheit für unsere Kunden nicht nur die notwendigen Auflagen erfüllen, sondern unseren Passagieren direkt ärztliche Hilfe bieten, wenn sich während der Reise ein Verdacht auf Herzinfarkt zeigen sollte. Wir sind froh, dass wir mit der SK GmbH hierfür einen kompetenten Partner gewonnen haben«, erklärte heute TT-Line Geschäftsführer Dr. Arndt-Heinrich von Oertzen.
Im Falle eines kardiologischen Notfalls an Bord wird das von einem nautischen Offizier aufgenommene EKG per Telefon oder Handy in das Telemedizinzentrum der SK GmbH und auch an die Kardiologie in Hässleholm (Südschweden) gesendet. Dort stehen in einer 24-Stunden Bereitschaft Fachmediziner zur Verfügung, um den Fall abzuklären und weitere Maßnahmen einzuleiten. »Ein Herzinfarkt ist immer ein Wettlauf mit der Zeit«, erklärt Prof. Gert Richardt, Chefarzt im Herz-Kreislauf-Zentrum der SK GmbH. »Daher ist eine direkte mündliche Kommunikation von äußerster Wichtigkeit. Um die zu gewährleisten, haben wir nach internationalen Leitlinien einen Entscheidungsbaum erstellt, nach dem die akute Not des Patienten bewertet wird«, so Richardt.

Seit mehreren Monaten wurden alle nautischen Offiziere auf den zwischen Lübeck-Travemünde/Rostock und der südschwedischen Stadt Trelleborg verkehrenden Fähren geschult. Mit nur drei externen Elektroden leiten die ausgebildeten Nautiker ein EKG ab und senden das gespeicherte 12-Kanal EKG über Telefon und Handy an den multilingualen Server in Bad Segeberg. Von dort wird das eingehende EKG per E-Mail direkt an die Segeberger Kardiologen und an die Klinik in Hässleholm weiter geleitet. Richardt: »Mit den Offizieren besprechen wir dann die Anamnese und geben eine Empfehlung für weitere Maßnahmen.« Lautet die Diagnose Infarkt, werden weitergehende Rettungsmaßnahmen eingeleitet und der Befund an die behandelnde Klinik gesandt, die alle weiteren Vorbereitungen trifft.
Für Prof. Gert Richardt ist die Zusammenarbeit mit der TT-Line eine wichtige Partnerschaft auf dem Weg hin zu Vereinbarungen mit weiteren Großreedereien. Er verweist auf Verhandlungen mit der AIDA Cruises in Rostock und den Fährreedereien in Kiel. Die SK GmbH ist im Bereich der Telemedizin führend und blickt auf eine mehr als sechsjährige Erfahrung.
Die transnationale Telemedizin ist ein europaweites Projekt und wird von der Europäischen Union im Rahmen der »e-Health for Regions« mit 1,8 Millionen Euro gefördert. Partner sind das Kieler Ministerium für Arbeit, Gesundheit und Soziales und insbesondere die AOK. Die Patienten der größten gesetzlichen Krankenkasse in Schleswig-Holstein werden bereits seit sechs Jahren erfolgreich durch telemedizinische EKG-Fernüberwachung versorgt. Den Anstoß gaben AOK und SEGEBERGER KLINIKEN in einem gemeinsamen Modellprojekt vor sechs Jahren: »Es ist unser Ziel, Mobilität und Gesundheit möglichst lange und weitgehend miteinander zu vereinbaren. Das verbessert nachhaltig die Lebensqualität unserer Kunden«, erklärt Gerhard Kruse, AOK-Bereichsleiter Gesundheitspartnerservice.

Quelle: Pressemitteilung TT-Line, Fotos: JW
www.segebergerklinikengruppe.de
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