Travemünde 14.06.2007 | Das Thema »Parken in Travemünde« stand gestern auf dem Programm der öffentlichen Ortsrats-Sitzung. Die Gäste blieben unerwartet gelassen angesichts des Reizthemas. Eingeladen waren die Herren Hahn (KWL) und Schünemann (Verkehrsplaner). Zunächst ging es um das Anwohner-Parken in der Altstadt.

Die Bürgerschaft hätte ja schon am 31. Mai beschlossen, die Möglichkeit für Bewohnerparken in der Altstadt zu prüfen, war da zu hören. Das Thema läuft also. Nur der Bereich »Altstadt« muss noch definiert werden, das wird dann wohl alles zwischen Bahnschienen und Trave sein. Die vielen blauen Parkautomaten in Travemünde sollen, bestätigte Helmut Schünemann, ein Stückweit das neue Parkleitsystem finanzieren. Und das ist in erster Linie für die großen Besucheranstürme gedacht, wird seine erste große Bewährungsprobe zur »Travemünder Woche« haben.

Am meisten haben wohl die Bewohner der Kurgartenstraße unter den neuen Parkautomaten zu leiden. Hier werden von 10-18 Uhr Parkgebühren erhoben, von 7-10 Uhr ist Lieferverkehr und von 18-7 Uhr kann die Allgemeinheit frei parken. Helmut Schünemann räumte en, dass da etwas falsch eingeschätzt worden sei: Die Geschäfte der Kurgartenstraße haben andere Öffnungszeiten als in der Altstadt von Lübeck. Die Hälfte macht schon um 8 Uhr auf – da können dann noch keine Kunden parken, weil die Zeit für Lieferverkehr reserviert ist. Schünemann hält es für machbar, die Zeiten für den Lieferverkehr ganz aus der Regelung für die Kurgartenstraße rauszunehmen. Dann werden von 8-18 Uhr Parkgebühren erhoben.

Jens Öhlckers von der Travemünder Dienstleistungs- und Handwerkergemeinschaft regte an, das Parken in der Kurgartenstraße stattdessen von 18 Uhr Abends durchgehend bis 10 Uhr morgens kostenlos zu halten. Dann könnten die Handwerker zum Beispiel morgens auch unproblematisch eine Baustelle einrichten. Der Vorschlag stieß bei den Verantwortlichen auf wenig Resonanz. Öhlkers erinnerte daran, dass Helmut Schünemann gesagt habe, die Parkautomaten seien nicht dazu da, das Stadtsäckel zu füllen.

Zum Thema Vogteistraße räumte Herr Hahn von der KWL Planungsfehler ein. Die Automaten sind zwar inzwischen umgedreht worden so dass der Münzeinwurf nicht mehr zur Straße zeigt. Sie sind aber zum Teil zu weit in die Straße hineingebaut worden. Erste Automaten wurden schon angefahren. Da wird es Korrekturen geben.
Auf das Problem der Wohngebiete ging als erstes Rudi Lichtenhagen ein. Am Achterdeck, Mittschiffs und Fallreep würden Autofahrer, abgeschreckt durch die Parkautomaten im Zentrum, nun verstärkt unter den Parkverbots-Schildern parken. Ob da nicht Politessen gelegentlich vorbeigucken könnten. Der Vorschlag wurde aufgenommen. Weiter bat Lichtenhagen, doch den kostenlosen Parkplat Kowitzberg besser auszuschildern. Der Vorschlag wurde schon etwas zögernder notiert.
Verkehrsplaner Helmut Schünemann erklärte, dass die bisherige Parkscheiben-Regelung nun durch die Parkautomaten-Regelung ersetzt sei. Zweimal im Laufe des Abends warf er den Travemündern vor, früher ja immer die Parkscheiben weitergedreht zu haben. Das ginge nun nicht mehr. Schünemann bestätigte, dass die Politessen jetzt intensiver unterwegs seien.
Über die Möglichkeit der Parkgebühren-Erstattung sprach Peter Liesen von der Travemünder Wirtschaftsgemeinschaft. Die Parkautomaten seien ein klarer Nachteil zu Timmendorf und Niendorf, machte er deutlich. Die Parkgebühren-Erstattung sei da nur die zweitbeste Möglichkeit. Seit die Kurgartenstraße mit Parkautomaten bewirtschaftet werde, werde die Parkgebühren-Erstattung intensiver genutzt. HN

Lesetipps zum Thema:
»Parkleitsystem, Parkautomaten und Politessen« (03.05.2007).
»Parkuhren jetzt richtigrum« (03.05.2007)
»Elektronisches Parkleitsystem« (20.04.2007)
»Ostern an der Küste...« (06.04.2007)
»Frei Parken am Fährplatz?« (14.01.2007)
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