Travemünde 07.07.2007 | Den Norddeutschen sagt man ja nach, sie wären eher zurückhaltend und gingen mit ihrer Begeisterungsfähigkeit sparsam um. Das scheint aber nicht für Travemünde zu gelten. Als hätte das Publikum eher darauf gewartet, dieses Vorurteil vom Tisch zu fegen, kannte die Hochstimmung über das erstklassig eingespielte Ensemble keine Grenzen mehr.

Das war keine Routine was da auf den Brettern, die die Welt bedeuten, geboten wurde. Es schien, als wollten die Schauspieler immer aufs Neue über sich hinauswachsen. Aber genau dieser Elan verwandelte sich beim Publikum in ungetrübte Freude und schwungvolles Mitmachen.

Man musste nicht einmal zu den Bestagern gehören, wie unsere lebensfrohen und älteren Mitmenschen in verbaler Überhöhung heutzutage genannt werden. Nein, die feine Ironie über das Deutschland von damals bis hin zu den kleinen Derbheiten war problemlos auch von den Jüngeren zu »verinnerlichen«.

KARL ERHARD VÖGELE
»Travemünde Aktuell« durfte mit leise klickender Leica ganz hinten am
Eingang etwas luschern. Einige Schnappschüsse fügen wir bei. Aber mehr wird
nicht verraten. Mit Hossa fand das Theaterschiff einen gelungenen Einstieg
in die willkommene Theaterwelt an der Küste.

So darf man auf die weiteren Stücke gespannt sein. Und nicht nur der Theaterbesuch selbst macht eine kleine Reise über die Trave lohnend, sondern auch das anschließende Verweilen in gemütlichem Ambiente im Schiff oder auf dem Oberdeck.

Aber da ist dem Theaterschiff noch ein großer Wunsch zu erfüllen: so sollte es für die zuständigen Hafen- bzw. Schiffahrts-Behörden doch möglich sein, eine Lösung für einen Makel zu finden. Fast schon hätte das Theaterschiff nach irgendwo hin verholen müssen, weil es mit dem Bug über die Hafenkante hinaus- und möglicherweise zu weit in das Fahrwasser der Fährschiffe hineinragt. Wo ein Wille ist, ist auch ein Weg. Wir halten dem Theaterschiff alle Daumen. KEV


... dass die Akteure so aussehen, als säßen sie am Steuer ihres Wagens – das wollen wir schon mal verraten, aber welche kessen Sprüche dann nach und nach das Publikum fast ins Schwärmen geraten lassen, das sollten Sie doch selbst erleben ... Foto: KARL ERHARD VÖGELE

... kleinere Änderungen des Rollenverständnisses zwischen Mann und Frau deuteten sich damals schon an .... Foto: KARL ERHARD VÖGELE

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