Travemünde 04.11.2007 | Ralf Stegner, Landesvorsitzender der SPD und Innenminister des Landes Schleswig-Holstein war Ehrengast der SPD Travemünde, die ihren 100-jährigen Geburtstag im vollbesetzten Gesellschaftshaus Travemünde feierte.

Als weitere prominente Gäste begrüßte der 1. Vorsitzende des SPD-Ortsvereins Travemünde, Thomas Schapke mit seiner 2. Vorsitzenden Gisela Panther-Pätow die SPD Bundestagsabgeordnete Gabriele Hiller-Ohm, die SPD Landtagsabgeordneten Wolfgang Baasch und Hans Müller, sodann den Vorsitzenden des Ortsrates und 1. Vorsitzenden des Gemeinnützigen Vereins zu Travemünde, Richard Schrader, den 1. Vorsitzenden der Travemünder Wirtschaftsgemeinschaft, Wolfgang Büchtmann und die Vertreter der Parteien, so vom Bündnis 90/ Die Grünen Frau Lilo von Holt und von der FDP Karl Erhard Vögele.

Ralf Stegner, studierter Historiker, zog einen Bogen sozialdemokratischer Geschichte von den Anfängen des Arbeiterbildungsvereins bis hin zu Eckpunkten sozialdemokratischer Errungenschaften in Bund, Land und der Hansestadt.

Die Redner erinnerten an die großen Kämpfe wider die Gegner der Sozialdemokratie seit Bismarks und Kaisers Zeiten, an große Persönlichkeiten, besonders Willy Brandt, der als Schüler im Naturfreundehaus auf dem Priwall Ferien in einem Vorläufer einer sozialdemokratischen Jugendorganisation Ferien machen durfte bis hin zu den Entwicklungen von heute.

Einigkeit macht stark – dieser eiserne Grundsatz sozialdemokratischer Solidarität zog sich durch die Beiträge aller Redner. Sie brauchten auf dem Podium nur auf die Schrift der unter abenteuerlichen Umständen bis heute hinüber geretteten roten Fahne der SPD aus dem Jahre 1922 zu zeigen. Stegner meinte, dass es die Einigkeit nach außen sei, die die SPD immer stark gemacht habe, und spielte dabei auf die aktuellen innerparteilichen Machtkämpfe auf dem Bundesparteitag in Hamburg wie auch auf die Bemerkung des 1. Vorsitzenden des SPD Ortsvereins Travemünde, Thomas Schapke an, der sinngemäß in seiner Eingangsrede bemerkte, sie seien die SPD Travemündes, aber vor allem seien sie Travemünder und daher nicht selten anderer Auffassung wie die Lübecker Genossen.

Für Stegner sind diese Dinge Zeugen innerparteilicher Demokratie und es sei gut wenn, wie beim Bundesparteitag in Hamburg, die innerparteiliche Demokratie wieder einen kräftigen Schub nach vorne bekommen habe. Wir müssen mehr Demokratie wagen – mit diesem Zitat erinnerte Stegner an den großen Sohn der Hansestadt, dem Bundeskanzler und Friedensnobelpreistärger Willy Brandt. Stegner wünschte seinen Genossen in Travemünde viel Erfolg für die nächsten hundert Jahre und ganz besonders im kommenden Kommunalwahlkampf für einen erfolgreichen und zahlreichen Einzug in die Lübecker Bürgerschaft.

Der 1. Vorsitzende Thomas Shapke dankte Stegner mit einem kleinen Gastgeschenk, einem Buch über die Geschichte Travemündes. Statt Geschenken an das Geburtstagskind erbat die SPD Travemünde einen Beitrag zum Kinderhilfswerk UNICEF. Er dankte für die bislang eingegangenen Spenden in Höhe von 700 EURO.

Wie gut im Rahmen einer solchen Feier die sehr passende Auswahl von Bert Brecht Liedern (Musik von Kurt Weill, u.a. Barbara-Song, Räuber-Jenny) und dem Gershwin-Song (The Man I Love) ankamen, zeigte der engagierte Beifall für Kirsten Frey’s mit burschikos-rauchiger Stimme und sentimental femininem Ausdruck vorgetragenen Musikeinlagen zwischen den Reden und ihrer Begleiter Anke Sieberns (Bert Brecht Lieder), und Daniel Nietzsche (Gershwin-Song), Klavier. KEV


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