Travemünde 05.12.2007 | So, wie sie da im Sand steckte, das war ja einer Nymphe auf Dauer nicht würdig. Aber dass da bald etwas passieren würde, hatte sich mit dem »großen Nymphenbuddeln« (Travemünde Aktuell berichtete hier und hier) ja schon angedeutet. Heute erlöste der Lübecker Steinmetz Reppin die Ostsee-Nymphe aus ihrem sandigen Gefängnis und setzte sie auf einen größeren Stein in der Nähe um.

Durch die letzte große Sturmflut Ende September, die bekanntlich zu großen Schäden auch an Travemündes Strand führte, hatte die Priwallseite ebenfalls einiges abbekommen. Die Sandworld war zwar gerade noch rechtzeitig abgebaut worden, aber plötzlich türmten sich bisher unbekannte Sandbänke Richtung Fahrrinne auf. Dadurch versank die Ostsee-Nymphe, die seit Ende Februar hier auf einem Findling Platz genommen und nur bei hohen Wasserständen ein nasses Unterteil hatte, bis zum Bauchnabel im Untergrund. Früher musste man sich sputen, wenn man trockenen Fußes die pralle Schöne erreichen und – vor allem von vorne – photographieren wollte. Jetzt war es ein Kinderspiel. Prompt nutzten die Besucher die Gelegenheit, stiegen für den Schnappschuss der Nymphe sogar auf Schultern und Kopf, der Fischschwanz des Fabelwesens blieb aber im Sand verborgen. Manche versuchten es zwar mit Graben, gaben aber schnell wieder auf.

Neptun, der der Sage nach ohnehin ein Auge auf die verführerische Dame geworfen haben soll, scheint offensichtlich im Sturm seine schützende Hand über die bronzene Maid gelegt zu haben. Das würde erklären, warum der Sturm dem zarten Geschöpf nichts anhaben konnte. Seltsam ist, dass außer dem vielen Sand auch gleich noch ein neuer Findling angeschwemmt wurde, der jetzt geradezu ideal passt, um der Nymphe einen neuen Sitzplatz zu geben. Die Sitzrichtung zum Wasser bleibt. Zur Freude der Segler, zu denen auch Steinmetz Reppin gehören soll.

Eine andere Sache ist die Geschichte, dass die Ostsee-Nymphe manchmal wie eine »Sirene« aus der griechischen Mythologie leise und verzaubernd locken soll. Jedenfalls wurde das nun schon wiederholt berichtet. Aber diesen Fall müssen wir noch mal gesondert untersuchen… CN/RED






Alle Fotos: KARL ERHARD VÖGELE
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