Travemünde 03.03.2008 | Tanja Ehlers schließt morgens die Schränke auf, fährt den Rechner rauf. So ein Bankarbeitsplatz ist dank moderner Technik heutzutage in drei Minuten startklar. Bei früheren Generationen konnte das schon mal eine Stunde dauern. Die junge Lübeckerin lernt seit August 2007 den Beruf der Bankkauffrau in der Travemünder Geschäftsstelle der Sparkasse zu Lübeck. »Eigentlich wollte ich was mit Kindern machen«, erzählt sie. Nach einem Praktikum in einer Bank entschied sie sich dann anders. Auch in der Bank hat man ja viel mit Menschen zu tun.

Morgens werden als erstes die handschriftlichen Überweisungen bearbeitet. Am Monatsersten ist das immer ein ordentlicher Stapel, sagt Tanja Ehlers. In Travemünde gibt es eine Kundengruppe, die ihre Überweisungen komplett übers Internet selbst erledigt, aber auch viele, die ihre Überweisung noch per Hand ausfüllen wie vor dreißig Jahren. Ältere Kunden füllen ihre Überweisungsformulare zum Teil erst in der Bank aus, weil sie dort Hilfe bekommen. Das gehört zum Service.
Interessant findet Tanja Ehlers ihren Beruf. »Weil jeder Kunde was anderes möchte«. Im ersten Halbjahr ihrer Ausbildung durfte sie schon kleine Verkäufe tätigen, Girokonten eröffnen oder Sparverträge abschließen zum Beispiel. Beim Finanzkonzept, einem systematischen Fragebogen der Klarheit schaffen soll über das »Was hab ich, was will ich noch?«, sitzt noch ein Berater dabei oder es wird im Rollenspiel geübt. Das hat sie auch schon für sich selbst ausgefüllt, findet das gut, man hat damit einen Leitfaden.
Die Arbeit geht von 9 bis 18 Uhr, eine Stunde ist Mittagspause. In der Sparkasse gibt es eine Küche mit Mikrowelle, man isst zusammen, die Kollegen sind nett. Die kommen auch zu Hilfe, wenn am Schalter ein Kunde ein Problem hat, das sich nicht gleich lösen lässt. Mal gibt es mitgebrachtes von Zuhause, mal holt man sich eine Suppe aus der Fleischerei Lohff, mal etwas aus dem China-Restaurant. Freitags ist um 15.30 Uhr Feierabend.
In der Berufsschule sind zwei Drittel der Auszubildenden Frauen. Vier bis fünf Wochen dauert der Blockunterricht am Stück, dann wieder zwei Monate Praxis in der Bank. Nicht nur in Travemünde, sondern auch in der Lübecker Zentrale, zum Beispiel im Vermögensmanagement-Zentrum, im Immobilien-Center und im Firmenkunden-Zentrum. Dazu Lehrgänge in der Kieler Sparkassen-Akademie mit Schwerpunkt Vertrieb. Die Spitze der Nachwuchs-Kräfte geht später auf die Sparkassen-Akademie in Bonn, kann dort sogar berufsbegleitend studieren. Tanja Ehlers will nicht studieren, aber sich gern zum Bank-Fachwirt weiterbilden nach der Ausbildung. So qualifiziert darf sie dann auch höherwertige Produkte verkaufen, bestimmte Aktien und Wertpapiere etwa.
Abends wird der Computer wieder runtergefahren, der Platz aufgeräumt, dann ist Feierabend. Travemünde kennt die Lübeckerin, klar, vom Strand, von Spaziergängen. Seit der Ausbildung ist dafür nicht mehr so viel Zeit wie zu Schulzeiten. Wenn Tanja Ehlers ihre Ausbildung beendet hat und die Möglichkeit besteht, würde sie gern in der Travemünder Geschäftsstelle bleiben. »Das ist schön hier«. HN

TA-Lesetipp:
In der Serie »Unsere Azubis« bisher erschienen:
Hotel- und Restaurantfachleute
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