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Eingeschränktes Badeverbot: Feuerquallen auf dem Priwall

Travemünde 16.08.2008 | Als Andreas Döpke am Donnerstag nach einer Rettungsübung aus dem Wasser kommt, spürt er ein heftiges Brennen, die Beine knicken ihm ein bisschen weg. Der Wachgänger von der Wasserwacht des Deutschen Roten Kreuzes (DRK) ist mit einer Feuerqualle in Kontakt gekommen.

DRK-Wachgänger Andreas Döpke guckt im Wasser am Priwall-Strand nach Feuerquallen. In dem Quallenfeld wird er schnell fündig. Am häufigsten sind zwar die harmlosen heimischen Ohrenquallen, aber es sind vereinzelt auch Feuerquallen aus der Nordsee darunter. Foto: TA
DRK-Wachgänger Andreas Döpke guckt im Wasser am Priwall-Strand nach Feuerquallen. In dem Quallenfeld wird er schnell fündig. Am häufigsten sind zwar die harmlosen heimischen Ohrenquallen, aber es sind vereinzelt auch Feuerquallen aus der Nordsee darunter. Foto: TA

Das Brennen zieht sich bei dem Dortmunder von den Armen bis zum Fußspann. Erst nach vier Stunden lässt es nach. Bei einem Kollegen ist ein roter Ausschlag zu sehen, die DRK-Helfer haben zum Glück Fenestil Gel da, das hilft.

Eine kleine Feuerqualle. Foto: TA
Eine kleine Feuerqualle. Foto: TA

Inzwischen sind es durch auflandigen Wind noch mehr Quallen geworden. Heute (Samstag, 16.8.2008) herrschte deswegen eingeschränktes Badeverbot auf dem Priwall. Die Feuerquallen kommen vermutlich mit der Strömung aus der Nordsee, das Ostseewasser ist ihnen nicht salzig genug. Deswegen vermehren sie sich bei uns nicht, sterben im Winter. Trotzdem tauchen jedes Jahr welche auf.

Feuerquallen-Inspektion auf dem Priwall. Foto: TA
Feuerquallen-Inspektion auf dem Priwall. Foto: TA

Die Feuerqualle erkennt man an der gelblich orangenen Farbe und den langen Tentakeln die an der Haut haften bleiben. Harmlos sind dagegen die heimischen Ohrenquallen, gut zu erkennen an den vier Ringen.

Interessiert drängen sich die Strandgäste um die DRK-Mitarbeiter, die eine aus der Ostsee gefischte Feuerqualle zeigen. Gehört hat jeder schon von den Tieren, aber viele haben noch nie eine gesehen. Deshalb werden sie auch manchmal mit harmlosen Quallen verwechselt. Foto: TA
Interessiert drängen sich die Strandgäste um die DRK-Mitarbeiter, die eine aus der Ostsee gefischte Feuerqualle zeigen. Gehört hat jeder schon von den Tieren, aber viele haben noch nie eine gesehen. Deshalb werden sie auch manchmal mit harmlosen Quallen verwechselt. Foto: TA

Wer mehr über die Tiere wissen will: In der Ostsee-Station auf dem Priwall (Am Priwallhafen 10) gehören Feuerquallen zum Vortrag, die Diplom-Biologen beantworten gern Fragen. In einem der Aquarien kann man auch welche anschauen.

Wieder eine entdeckt. Foto: TA
Wieder eine entdeckt. Foto: TA

Wen es erwischt hat: Als Hausmittel sind Rasierschaum oder verdünnter Essig bekannt, was man ja meistens am Strand nicht dabei hat. Diplom-Biologe Thorsten Walter von der Ostsee-Station greift persönlich auf ein anderes Mittel zurück: Feuchten Strandsand, den er auf die Haut tut und mit einer Kreditkarte abschabt. Auf keinen Fall sollte man Süßwasser oder Alkohol verwenden, weil sich dann auch noch die Nesselzellen, die vorher nicht gebrannt haben, entladen. Im Zweifel wissen die örtlichen Apotheken Rat.

DRK-Wachgänger Andreas Döpke hatte am Donnerstag schon seine eigenen Erfahrungen mit Feuerquallen gemacht. Foto: TA
DRK-Wachgänger Andreas Döpke hatte am Donnerstag schon seine eigenen Erfahrungen mit Feuerquallen gemacht. Foto: TA

Auf Travemünder Seite hatte kürzlich ein Badegast von Feuerquallen berichtet, die DLRG konnte aber keine Tiere finden. Bisher ist hier auch Fall bekannt, in dem ein Badegast mit einer Feuerqualle in Berührung kam. TA

Eine etwas größeres Exemplar, deutlich sind die langen Tentakel zu sehen. Foto: TA
Eine etwas größeres Exemplar, deutlich sind die langen Tentakel zu sehen. Foto: TA


 

 

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Letzter Zugriff auf diesen Artikel am 03.09.2010 um 09:30:23 Uhr.
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Kommentar von M. Müller am 23.08.2008:
Der NDR berichtete am 12.08.2008 in der Sendung Visite über Feuerquallen. Rettungsschwimmer der DLRG verwenden seit Jahren Rasierschaum bei Verletzungen durch Feuerquallen. Zum Auftragen, Verteilen und Abschaben der inaktiven Nesselzellen kommt ein spezieller Spatel, ein so genanntes »Quallen-Nothilfe-Pad« zum Einsatz. Rettungsstationen der DLRG (Landesverband Schleswig-Holstein e.V.) an Nord- und Ostsee wurden mit diesem praktischen Hilfsmittel ausgestattet. Zur Sendung Visite folgen Sie bitte diesem Link: (...)

 

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