Travemünde 02.09.2008 | Wie ein gigantisches Mikado sahen die Hölzer aus, die da in der Versöhnungskirche ausgebreitet lagen. In wochenlanger Arbeit setzten vier Dresdner Orgelbauer die edlen Hölzer dann zu einer nagelneuen Orgel zusammen. Jetzt wurden die ersten Zinnpfeifen eingebaut.

Die Versöhnungskirche im Pommernzentrum war schon von vornherein auf so eine Pfeifenorgel ausgelegt, hatte bisher aber nur ein elektronisches Instrument. Immerhin 150.000 Euro kostet die richtige Kirchenorgel, die mit ihren rund zwei Tonnen Gewicht noch ein kleineres Instrument ist. Am 14. September wird sie eingeweiht.

Die jungen Mitarbeiter der Dresdner Orgelwerkstatt Wegscheider üben ein uraltes Handwerk aus: Ganz von Hand werden die Orgeln gebaut, alles ist mechanisch, keine Elektronik. Wie vor dreihundert Jahren. So eine Orgel ist etwas für die Ewigkeit, die alten Instrumente spielen auch heute noch einwandfrei, oft ohne größere Reparaturen.

TA-Audio: Hören Sie Orgelbauer Matthias Weisbach im Originalton.
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Das Gehäuse ist aus luftgetrockneter Fichte, nichts ist geschliffen, sondern alles von Hand geputzt. Mechanik und Windladen sind aus dauerhafter Eiche. Bei der Klaviatur bestimmt die Ästhetik die Auswahl der Hölzer: Buchsbaum, Ebenholz und Nussbaum. 50 Tasten hat die Klaviatur, manche bringen fünf, andere gleich sieben Pfeifen zum Klingen. Ein Gewirr von mechanischen Verbindungen im Inneren der Orgel, Leisten aus Holz und Messingdrähte, sorgen dafür.

Die Orgelbauer sehen ihren Beruf zunächst einmal als Handwerk, sie kommen aus den unterschiedlichsten Branchen: Musiker, die schon mal Orgel gespielt haben und nun Orgeln bauen wollen. Tischler mit Verbindung zur Musik. Feinmechaniker und Organisten.

Die Travemünder Orgel wurde in Dresden gefertigt und komplett zusammengesetzt. Dann wieder demontiert für den Transport. In der Versöhnungskirche dauert der Aufbau wieder zwei Wochen, die gleiche Zeit dann noch mal, um Orgel und Kirche musikalisch aufeinander abzustimmen. Die hölzernen Pfeifen mit den weichen Holztönen und die prächtigen Zinnpfeifen, die vor allem den vorderen Teil, den »Prospekt« der 5,50 Meter hohen Orgel zieren.

TA-Audio: Das tiefe D...
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Der erste Ton, den sie von sich gab, war das tiefe D. Am 14. September ist nun der große Moment, in dem sich die Orgel bewähren muss. Geht die Planung auf? Klingen die Stücke so, wie man sich das gewünscht hat? Es wird ein großer Moment, für die Orgelbauer, für die Organisten und für die Kirchengemeinde. HN


Festgottesdienst
Zur Einweihung der neuen Kirchenhorgel
Versöhnungskirche im Pommernzentrum
Europaweg 3
Sonntag, 14. September 2007
14.00 Uhr
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