Travemünde 28.10.2008 | Nachdem sich die Fraktion DIE LINKE in der Lübecker Bürgerschaft eingehend mit dem »Waterfront-Projekt« auf dem Priwall befasst hat, spricht sie sich für eine zurückhaltende Bebauung des Geländes aus, fordert den Erhalt des Naherholungsgebietes und des Campingplatzes und die Beteiligung der Anwohner an den Entscheidungen.

Nachdem der Investor Sven Hollensen sein Waterfront-Projekt zur touristischen Erschließung des Priwalls bei der Fraktion vorgestellt hatte, unternahm die Partei nun eine Begehung des Geländes. Die Bürgerinitiative für behutsame Priwallbebauung, Vertreter des anliegenden Bootvereins und die LINKEN, zusammen etwa 25 Personen verschafften sich am Wochenende einen eigenen Eindruck von der Fläche, die für das geplante Projekt massiv umgestaltet werden müsste.
Nach der Begehung schätzt die Fraktion das Projekt noch kritischer ein, als zuvor. »Den Verkauf des Filetgrundstückes für das Hotel für 5,5 Millionen Euro, halte ich für unter Wert. Andere Investoren hätten hier einen achtstelligen Betrag geboten«, ärgert sich Klaus Voigt, Mitglied der Bürgerschaft. Außerdem sorgt sich Voigt um die Altlasten aus dem Zweiten Weltkrieg. »Der ehemalige U-Boot-Hafen vor Ort birgt ungeklärte Gefahren. Hier könnten hohe Folgekosten für die Stadt entstehen«, so Voigt. »Wir sind gegen die Absperrung einiger Straßen auf dem Priwall, gegen die Rodung des Waldes und gegen die Verlegung des Kanuvereins. Nach der Begehung haben wir den Eindruck, dass der Priwall als Naherholungszentrum erhaltenswert ist. Wir treten wie die Bürgerinitiativen für eine behutsame Bebauung ein. Die jetzt angelaufenen Baumaßnahmen sind gerade noch vertretbar, um den Priwall als ökologisches Erholungsgebiet zu nutzen«, sagt die Fraktionsvorsitzende der LINKEN Antje Jansen.
DIE LINKE werde weitergehenden Bauplänen nicht zustimmen. Außerdem setzt sich die Fraktion für den Erhalt einer Campingplatzfläche auf dem Priwall ein und verlangt von Stadt und Investor, die direkt betroffenen Anwohner mehr an den Entscheidungen zu beteiligen. AJ
Quelle: Pressemitteilung LINKE, Antje Jansen
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