Travemünde 15.02.2009 | Alle Parteien nahmen die Gelegenheit wahr, sich mit der BiP durch eigenes Erleben das Gelände zu erschließen, das für das Waterfront Projekt von Investor Sven Hollesen beplant wird. Der Spaziergang hatte stets die gleichen Stationen: er startete um 11 Uhr an der Fähre auf Travemünder Seite. Zuerst gab es mit Blick auf den Priwall von der Vorderreihe aus Ausführungen darüber, wie sich die Priwallsilhouette nach den bisher bekanntgewordenen Planungen ändern würde. Auf dem Priwall selbst folgten diverse weitere Stationen.



Gezeigt wurde, welche Bäume zu opfern wären, wo das Hotel stehen würde und was für Folgen diese für die Natur und Landschaft hätte, wo man Munition vermutet und auch wo das ressortinterne Schwimmbad stehen solle. Der Abschluss führte dann nach etwa einer Stunde jeweils zum Priwallkrankenhaus, das in diversen Planungsvarianten im Gespräch war oder noch ist. So als Low-Budget-Hotel oder teilweise als Campingplatzersatz. Alle Parteien sind nun durch, zuletzt die FDP mit bedauerlicherweise kleiner Besetzung. Leider ist kein Mitglied aus der Bürgerschaftsfraktion abkömmlich gewesen. Dafür waren aber die Liberalen vor Ort stark vertreten.



Nun ist vieles anders, nachdem ein interfraktionelles Treffen von den in diesem Planungsgeschehen fachkundigen Vertretern der Fraktionen in der Bürgerschaft und von den Ausschüssen mit der Verwaltung dazu geführt hat, dass der Investor Hollesen das Waterfrontprojekt überplant. Neue Vorgabe: die bislang vorgesehen durchschnittliche Höhe der Bauwerke soll auf 13m herabgesetzt werden. Hinzu kommt, dass die Verwaltung grünes Licht bekommen hat, bisherige Knackpunkte, die auch u.a. Highlights der Kritik der BiP gewesen sind, einer Lösung zuzuführen. Betroffen sind davon Mieter von Flächen im zu beplanenden Bereich so für Kanuten, neue Winterlager von 19 Segelvereinen, eine Gaststätte usw. Vom ursprünglich vorgesehenen Abholzen eines größeren Waldbereiches ist man nach diesen Vorstellungen jetzt abgekommen. Spannend wird es nun insofern, inwieweit es dem Investor und seinen Architekten gelingt, die neue Vorgabe in kleine Baumassen umzusetzen, das Projekt aber weiterhin so zu planen, dass es sich rechnet. Denn letztlich will auch die BiP eine Belebung und angemessene Änderung des Priwall – so jedenfalls wird sie nimmermüde, dies zu beteuern. Sollte sie nach dem Vorliegen der neuen Planungen erkennen, dass nunmehr ihre meisten Kritikpunkte wegfallen, so waren die Sparziergänge erfolgreich. Zwischenzeitlich hat die BiP den Waldplausch aus der Taufe gehoben. Bei Kaffee und Kuchen wird die BiP die Diskussion fortsetzen.



Jedenfalls hat die Premiere des Waldplausches ungebrochenen Kampfesgeist erkennen lassen. Es kann also gut sein, dass die Freunde der Spaziergänge nicht sehr lange warten müssen auf einen neuen Durchgang mit den Fraktionen der Bürgerschaft. KEV
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