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 MARITIMES

Die Passat hat wieder eine Funkbude

Originalgetreu bestückt und hergerichtet mit den damaligen Funkgeräten dank großem Einsatz der Crew der Passat und vielen Spendern

Travemünde 19.05.2009 | »Hein, hol mal bei den Funkenpusters das Telegramm für den Kapitän« so mag es früher mal geheißen haben. In der Tat, die Funker nannte man zu alten Zeiten die Funkenpusters. Und früher konnte man beim Funken die Funken noch richtig sehen. Funkensender hießen die Geräte und die Funken entstanden in einem Lichtbogen, der die elektromagnetische Energie erzeugte. Aber diese Zeiten sind längst vorbei, doch die Bezeichnung »Funken« ist geblieben.

Der frühere Seefunkoffizier und heutige Funkamateur Hans Berg, Amateurfunkrufzeichen DJ6TJ (links) und Schiffsmechaniker der Passat Maik Zöllner am »Tag der offenen Tür« in der neu eingerichteten ehemalige Funkbude (Seefunkstelle) der Passat. Nur noch wenige Restarbeiten sind notwendig, um das Projekt »Museum Seefunkstelle Passat« abzuschließen.
Der frühere Seefunkoffizier und heutige Funkamateur Hans Berg, Amateurfunkrufzeichen DJ6TJ (links) und Schiffsmechaniker der Passat Maik Zöllner am »Tag der offenen Tür« in der neu eingerichteten ehemalige Funkbude (Seefunkstelle) der Passat. Nur noch wenige Restarbeiten sind notwendig, um das Projekt »Museum Seefunkstelle Passat« abzuschließen.
Eine Original Funkstationsuhr mit den Funksektoren hängt wieder an der Wand. In den roten Segmenten sind die Seenotpausen für das Abhören der Telegrafie-Seenot- und Anruffrequenz auf 500 kHz (Mittelwelle) eingezeichnet und die grünen Segmente für das Abhören der Seenotpausen der Telefonie- Seenot- und Anruffrequenz auf 2182 kHz (Grenzwelle, Kurzwelle). So wird auch heute noch gewährleistet, dass schwach zu hörende Seenotsignale bemerkt und Rettungsmaßnahmen eingeleitet werden konnten.
Eine Original Funkstationsuhr mit den Funksektoren hängt wieder an der Wand. In den roten Segmenten sind die Seenotpausen für das Abhören der Telegrafie-Seenot- und Anruffrequenz auf 500 kHz (Mittelwelle) eingezeichnet und die grünen Segmente für das Abhören der Seenotpausen der Telefonie- Seenot- und Anruffrequenz auf 2182 kHz (Grenzwelle, Kurzwelle). So wird auch heute noch gewährleistet, dass schwach zu hörende Seenotsignale bemerkt und Rettungsmaßnahmen eingeleitet werden konnten.
Notfunksender, mitzunehmen in ein Rettungsboot.
Notfunksender, mitzunehmen in ein Rettungsboot.

Die »Passat« kann sich heute mit der damaligen Ausrüstung, die aus den 50iger und 60iger Jahren stammt, nicht mehr auf den Seefunkfrequenzen melden. Aber das frühere Call DKEG, wie internationale Funkrufzeichen genannt werden, wird künftig in einer ähnlichen Fassung zu hören sein wenn es heißt: »CQ, CQ, allgemeiner Anruf von der »Viermastbark Passat« vom Priwall aus Travemünde, hier ist DLOKEG«. Dies ist das Call einer Amateurfunkstation, welche ein kleines Plätzchen neben den alten Funkgeräten gefunden hat und von lizensierten Funkamateuren betrieben werden darf. Doch im Vordergrund stand die Absicht, eine historisch getreue Funkstation mit Originalgeräten einzurichten. Maik Zöllner, Schiffsmechaniker auf der Passat hatte schon lange Jahre zuvor die Idee, die alte Funkbude wieder entstehen zu lassen. Was lag da näher, einen alten Seefunkoffizier, der über Jahre hinweg mit seinem Auslandsreferat des Deutschen Amateur Radio Club e.V. (DARC) seine alljährlichen Tagungen auf der Passat durchführte, die Sache mal zu beschnacken.

Blick in das Museum Seefunkstelle Passat.
Blick in das Museum Seefunkstelle Passat.
Originaluniformjacke gestiftet vom ehemaligen Funkoffizier Hans Berg.
Originaluniformjacke gestiftet vom ehemaligen Funkoffizier Hans Berg.
Hans Berg, DJ6TJ (sitzend), Hartmut Haase, Vorsitzender vom »Verein rettet die Passat e.V.) und Jörg Fouquet, DL5OAL (rechts). Er hat diverse Ausstattungsgegenstände für die Amateurfunkstation gestiftet.
Hans Berg, DJ6TJ (sitzend), Hartmut Haase, Vorsitzender vom »Verein rettet die Passat e.V.) und Jörg Fouquet, DL5OAL (rechts). Er hat diverse Ausstattungsgegenstände für die Amateurfunkstation gestiftet.

Hans Berg, Funkoffizier a.D. und Funkamateur mit dem Call DJ6TJ, der seit Jahren auf dem Priwall lebt, lies seine weltweiten Beziehungen zu Funkamateuren und Fans der historischen Oldtimer spielen und sammelte so nach und nach die Funkgeräte und anderen Ausrüstungen zusammen. Nach einem OK des Bereiches Schule – Sport der Hansestadt Lübeck und der spontan zugesagten Unterstützung durch den »Verein rettet die Passat e.V.« entwickelte sich das Projekt langsam aber sicher mit den Mitgliedern der Passatbesatzung , wo neben Maik Zöllner und Gerd Grothe auch die anderen Kollegen geholfen haben. Es bleiben noch kleine Restarbeiten zu tun, aber am 17. Mai 2009, dem Tag der offenen Tür konnten die Besucher der Passat schon mal einen Blick in das »Funkmuseum« werfen. Den vielen Spendern der Funkgeräte mit Zubehör, und Geldzuwendungen vom Nautischen Verein Lübeck und aus einer Stiftung über den Gemeinnützigen Verein Travemünde sei herzlich gedankt, denn wieder hat die »Passat« ein Stückchen mehr das erhalten, was zu früheren Zeiten zu ihrer Ausrüstung gehörte. Mit besonderer Freude werden diese Zeilen sicher gelesen von einem ständigen Gast auf den Internetseiten von Travemünde Aktuell, Herrn Rudolfo Hepe, 2.Vorsitzender im Verband der deutsch-argentinischen Vereinigungen (FAAG) in Buenos Aires. Es ist nur noch eine Frage der Zeit, wenn die Amateurfunkstation der »Passat« die erste Funkverbindung mit einem argentinischen Funkamateur haben wird. Und dann sind auch die ersten Schritte getan, die Konzertreise des Passatchores, der im nächsten Jahr Argentinien besuchen wird, auf dem Funkwege mit zu begleiten.

Stefan Kowall (links) und seine Partnerin Natalie Kuthleick überreichen dem Vorsitzenden des »Vereins rettet die Passat e.V.«, Herrn Hartmut Haase (rechts), eine Originalseite der Lübecker Nachrichten vom 5. April 1959 mit dem Artikel »Was wird jetzt aus der Passat?«
Stefan Kowall (links) und seine Partnerin Natalie Kuthleick überreichen dem Vorsitzenden des »Vereins rettet die Passat e.V.«, Herrn Hartmut Haase (rechts), eine Originalseite der Lübecker Nachrichten vom 5. April 1959 mit dem Artikel »Was wird jetzt aus der Passat?«
Lübecker Nachrichter (LN) vom 5. April 1959
Lübecker Nachrichter (LN) vom 5. April 1959

Mit einer besonderen Überraschung konnten Stefan Kowall und seine Partnerin Natalie Kuthleick noch aufwarten. Sie überreichten dem Vorsitzenden des »Vereins rettet die Passat e.V.«, Herrn Hartmut Haase eine Originalseite der Lübecker Nachrichten vom 5. April 1959. »Was wird jetzt aus der Passat?« titelte damals die LN und fragte besorgt, was mit dem Viermaster nach seiner Außerdienststellung vom Einsatz als Seemannsschule geschehen soll. Heute wissen wir: sie ist unser, die »Viermastbark Passat« auf dem Priwall. Zur Erinnerung soll dieser Artikel und die Originalseite der LN in der Ausstellung in Luke 1 künftig zu sehen sein. KEV(DK9HU)

Fotos: Karl Erhard Vögele


 

 

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Letzter Zugriff auf diesen Artikel am 04.02.2012 um 09:02 Uhr.
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Kommentare:

 

Kommentar von Dr.Schau am 16.06.2009:
Als gebürtiger Travemünder habe ich bei dem Bericht an die alten Zeiten mit meinem Jugendfreund Peter Stöckling gedacht und finde es großartig, dass die Passat wieder eine Funkbude hat. Auch an Dich Hans herzliche Grüße und danke für die Mühe. Wenn ich nur das Wort »Travemünde« höre geht mir das Herz auf. Bin z.Zt. leider beruflich an BW gebunden. vy 73 Walter, dl3lh

 

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