Travemünde 17.06.2009 | Natürlich sind die Sender und Empfänger das wichtigste in einer Seefunkstelle auf einem Schiff, doch der Funkoffizier musste ja die Telegramme zu Papier bringen. Sie kamen im Seefunkempfänger per Morsecode im Kopfhörer mit Tempo 120 Zeichen pro Minute an. Und vom Ohr ging es gleich in die Schreibmaschine. Auf die Frage, welche Nachrichten denn die wichtigsten an Bord gewesen seien, meinte Hans Berg, früher Seefunkoffizier 1. Klasse und heute langjähriger Funkamateur mit dem amtlichen Rufzeichen DJ6TJ, ganz spontan: »Das war der tägliche Pressespiegel mit den neuesten Nachrichten aus der Redaktion des Hamburger Abendblattes.« Er wurde weltweit auf allen Meeren täglich von deutschen Schiffen aufgenommen. Zwei DIN A4-Seiten seien es gewesen. Dann natürlich die Telegramme an die Passagiere oder Mannschaft. Alles gleich schön lesbar geschrieben.


Und so eine Originalschreibmaschine wie sie damals an Bord eingesetzt war, sponserte heute Dr. med. Manfred Kunze, allen maritimen Fans von Travemünde bekannt als Chef des Travemünder Hafenstammtisches. Dieses maritime Forum für Bildung und Kultur war in den Jahren 2000 bis 2008 zur maritimen Kultveranstaltung geworden, an die sich viele Travemünder gerne erinnern. So kann es gar nicht anders sein, dass Dr. Kunze einen »Kellerfund« seiner Frau, nämlich just diese Schreibmaschine aus den 60er Jahren des letzten Jahrhunderts an einem neuen maritimen Ort wissen wollte. Das konnte natürlich nur die »PASSAT« mit ihrer neuen Funkbude sein.



Stolz aber auch mit ein bisschen Wehmut an die »gute alte Zeit« übergab Dr. Manfred Kunze das Stück an den Schiffstechniker der »PASSAT«, Gerhard Grothe und den Fachmann für das fachgerechte Ausstatten der Funkbude, Hans Berg. Der setzte gleich die Kopfhörer auf, der auf der ganzen Welt wegen seiner farbigen Skala so genannte Regenbogenempfänger wurde eingeschaltet, die zehn Finger gingen auf die Tasten der Schreibmaschine und dann meinte Hans Berg ganz verklärt »… ja so war es früher, nur damals saß ich etwas höher.« Noch braucht die Funkbude weitere Geräte. Hans Berg ist ganz sicher, dass sich viele solcher »Kisten« noch irgendwo im Keller oder auf Dachböden befinden. Einfach auf den Link (s.u.) klicken. Dort gibt es weitere Infos über die Geräteausstattung und jene Geräte, die noch fehlen. Auch die Kontaktadresse von Hans Berg, DJ6TJ. KEV



Fotos: Karl Erhard Vögele, DK9HU
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