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 POLITIK

Lübeck in 10 Jahren schuldenfrei?

Dr. Volker Koß (GRÜNE) will Spendenkonto für die Hansestadt einrichten

Travemünde 13.09.2009 | Die Schuldenfreie Hansestadt ist das Hauptwahlkampf-Thema von Dr. Volker Koß, Bundestagskandidat der GRÜNEN. Am Sonntag traf man ihn auf einem Wahlkampf-Stand in der Vorderreihe. »Travemünde Aktuell« sprach mit dem Politiker über seine Idee, Lübeck in 10 Jahren Schuldenfrei zu machen.

Travemünde Aktuell: Lübeck in 10 Jahren schuldenfrei?

TA-Audio: Hören Sie Dr. Volker Koß (GRÜNE) zu Travemünder Themen im Originalton.

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»Unser Bürgermeister versucht ja, Lübeck zu entschulden, seitdem er Bürgermeister ist«, sagt Koß. »Und er hat es ja geschafft, die Schulden so ungefähr auf einem Level zu halten. Natürlich um den Preis, dass er sehr viel verkauft hat. Die Schulden sind ja das, was einen nicht immer so unbedingt drückt. Aber was einen wirklich drückt sind diese 30 Millionen Euro an Zinsen, die wir im Jahr bezahlen. Oder anders gesagt: Achtzigtausend am Tag. Wenn man sich das mal auf Travemünde umrechnet, so mit achtzigtausend am Tag könnte man hier viel machen. Und auch in Lübeck viel machen.«

Waren am Sonntag in der Vorderreihe: Dr. Volker Koß, Lilo von Holt und Carl Howe von den GRÜNEN. Alle Fotos: KARL ERHARD VÖGELE
Waren am Sonntag in der Vorderreihe: Dr. Volker Koß, Lilo von Holt und Carl Howe von den GRÜNEN. Alle Fotos: KARL ERHARD VÖGELE

Seine Bitte an die Leute, die etwas mehr Geld auf dem Konto haben, wäre, dass die jeweils 500 Euro an die Stadt spenden. Auf ein Notaranderkonto sollte so lange eingezahlt werden, bis 10 Millionen zusammen sind. Das Geld bekommt dann die Stadt. Wenn die Summe nicht zusammen kommt, sollen die Leute ihr Geld zurückbekommen.

»Ein Notar hat mir zu gestern einen Vertrag dazu gemacht«, erzählt Dr. Volker Koß. Seine Aufgabe sieht er darin, dafür zu sorgen, dass die Spender das Geld steuerlich absetzen können. Zur Zeit sei das bei Spenden an die Stadt noch nicht möglich, weil das kein gemeinnütziger Zweck ist. »Das muss geändert werden«, meint Koß. Argumentativ stützt er sich dabei auf die Fördergelder, mit denen Berlin Gelder, die die Stadt für Investitionen aufbringt, aufstockt. »Und insofern gehe ich davon aus, wenn die Bürger der Kommune etwas aufbringen, damit ihre Kommune entschuldet wird, damit ihre Kommune wieder ein bisschen mehr Luft zum Atmen kriegt, um hinterher Projekte mit dem Geld, das sie an Zinsen sparen, betreiben zu können, dann soll Berlin das auch aufstocken. Ich finde, wenn wir zehn Millionen als Bürger auf den Tisch legen, dann soll Berlin das auf 50 Millionen aufstocken, und wenn wir das 10 Jahre lang machen, sind wir schuldenfrei.« Mit der Sparkasse hätte er bereits darüber gesprochen, erzählt Dr. Volker Koß. »Die sagen, das ist eine gute Idee, sie stellen dafür ein gebührenfreies, verzinstes Girokonto zur Verfügung.« TA

www.volker-koss.de


 

 

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Letzter Zugriff auf diesen Artikel am 16.05.2012 um 18:29 Uhr.
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Kommentare:

 

Kommentar von Kritiker am 13.09.2009:
Was für eine Idee! Welcher Quatsch im Wahlkampf – auch von Akademikern – doch verzapft wird! Mich erinnert die Geschichte an eine Haushaltsplanung des »Bundeslandes« Bremen vor ein paar Jahren: Die einzelnen Ressorts meldeten weit überhöhten Mittelbedarf an. Dann wurde zusammengestrichen und die gestrichenen Mittel als »gespart« deklariert. Dass dann die Ausgaben immer noch die Einnahmen überstiegen, war nebensächlich. Andere (Bundesländer) werden helfen ...

Kommentar von Hans Rehtanz am 14.09.2009:
Es gibt zahlreiche Clowns, weil das in keinem Zirkus fehlen darf. In der Politik gibt es einige bekannte, die unter anderem nicht nur als Clowns tätig sind!

Kommentar von Wolfram Plewa am 14.09.2009:
Herr Dr. Koß, Sie sind sicher ein Mann mit Visionen; also lassen Sie Taten folgen! Wenn Sie vorher noch zwei von mir hier angeschriebenen Ehrenämtlerinnen mit Lösungsansätzen bei zwei kleineren Problemen behilflich sein könnten (siehe Kommentare vor einigen Tagen zum »barrierefreier Bürgersteig« sowie »Radfahren auf der Promenade«).

Kommentar von Nagel am 14.09.2009:
Au weia! Über diese Naivität kann man nicht einmal den Kopf schütteln. Ein promovierter Chemiker spielt Finanzexperte!

 

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