Travemünde/Lübeck 17.09.2009 | Wenn das Schwedische Möbelhaus IKEA sich im Dezember für Lübeck-Dänischburg entscheidet, könnte bereits im Sommer 2012 Eröffnung gefeiert werden. Nicht nur für das Möbelhaus, sondern auch ein Skandinavien-Center mit vielen Geschäften und kostenfreien Parkplätzen in unmittelbarer Nachbarschaft zu Travemünde. Die Lübecker CDU hatte am Dienstag zum Rathaus-Forum geladen, um das Thema zu diskutieren.

60 000 Quadratmeter Verkaufsfläche auf dem Gelände der ehemaligen Produktionsstätte von Villeroy & Boch entstehen. Davon allerdings nur etwa die Hälfte für das Einrichtungshaus IKEA. Auf den restlichen 30.000 Quadratmetern entsteht zum größten Teil ein »Skandinavien-Center« mit Einzelhandel. Ein Thema auch für die Travemünder Wirtschaft.

Keine Bedenken gibt es gegen die Ansiedlung von IKEA: »Lübeck befürwortet die Ansiedlung von IKEA«, sagt Andreas Joslyn vom Lübeck-Management. Durch IKEA Lübeck wird verhindert, dass Kaufkraft nach Hamburg oder Kiel abwandert. Und der Einrichtungs-Riese gilt zweifellos als »Frequenzbringer«, zieht also Menschen nach Lübeck. Die Frage ist dann eher, wie man die IKEA-Kunden noch für einen Einkaufsbummel in der Altstadt gewinnen kann. Wer zu IKEA fährt, vielleicht zum Frühstück, ein bisschen bummelt, den Einkaufswagen füllt, der merkt nach vier Stunden seine Füße und will wieder nach Hause, die Regale aufbauen. Da warten noch Aufgaben auf das Lübecker Marketing.

Kritischer wird das Skandinavien-Center gesehen: »Wir lehnen eine zusätzliche Konkurrenz ab«, sagt Bad Schwartaus Bürgermeister Gerd Schuberth. Seine Stadt grenzt dicht an die neuen Einkaufsflächen. Bad Schwartau hätte 26.000 Quadratmeter Verkaufs-Fläche, davon 70 Prozent im Innenstadt-Bereich. Wenn jetzt unmittelbar zur Stadtgrenze noch mal 24.000 Quadratmeter für das Skandinavien-Center entstehen, sei das fast soviel wie ganz Schwartau habe. Keine Bedenken gäbe es dagegen in Bad Schwartau gegen IKEA und einen geplanten Baumarkt. Das werde auch von der Aktivgruppe für Handel und Gewerbe so gesehen.

Ganz so dramatisch wird es wohl nicht, wenn man den Baumarkt (10.000 Quadratmeter) und das »House of Living« mit Bad, Wellness und Tischkultur von Villeroy & Boch abzieht. Dann bleiben noch 14.000 Quadratmeter zusätzliche Verkaufsflächen, die laut Bausenator Franz-Peter Boden soweit wie möglich mit »Skandinavischen Labels« belegt werden sollen. Also keine direkten Überschneidungen mit Angeboten zu den Innenstädten.

Der CDU-Landtagsabgeordnete Frank Sauter nennt noch einen anderen Aspekt: Den der Gastronomie. IKEA-Märkte in Hamburg hätten laut der regionalen Presse in der benachbarten Hansestadt die Tages-Gastronomie vollständig verändert. Viele Leute gehen zu IKEA eben auch zum Essen.

Motivation für den Möbelriesen, nach Dänischburg zu gehen, dürfte die Nähe zur Autobahn sein und zu den Fähren. Wenn 2018 die Fehmarnbelt-Brücke fertig ist und der Autoverkehr zunimmt, ist Lübeck die erste größere Stadt auf dem Weg nach Skandinavien und aus Skandinavien. Bernd Horst von der IHK Lübeck rechnet schon während der Bauphase mit hunderttausenden Touristen, die sich einfach die gigantische Baustelle ansehen wollen.

Die Belange des Einzelhandels müssten berücksichtigt werden, meint der Fraktionsvorsitzende der Lübecker CDU Andreas Zander. »Nach meinem persönlichen Eindruck ist es so, dass IKEA sehr sehr gesprächsbereit ist, die sind sehr daran interessiert, hier etwas zu gestalten«, sagt Zander. Die CDU hoffe, dass es im Dezember in der Hauptzentrale auch zu einer positiven Entscheidung für Lübeck kommt.

Was Travemünde betrifft, sieht der Vorsitzende des CDU-Wirtschaftsausschusses Klaus Puschaddel auch die Travemünder Wirtschaftsgemeinschaft angesprochen, den Wettbewerb aufzunehmen.

120 Millionen sollen in Dänischburg investiert werden, 400 Arbeitsplätze entstehen (250 bei IKEA, 150 bei den übrigen Einrichtungen). 2500 Parkplätze sind geplant.
TA-Audio: Hören Sie den Fraktionsvorsitzenden der Lübecker CDU Andreas Zander zum Thema IKEA im Originalton.
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In den Media-Docks wird am heutigen Donnerstag (17.09.2009) das Konzept von IKEA sowie ein Gutachten über die Verträglichkeit von IKEA für den Einzelhandel vorgestellt. Allein 40 Bürgermeister aus dem Umland sind für die nächste Diskussions-Runde eingeladen, schon daran sieht man, dass das Thema den Handel in der ganzen Region berührt. TA
Externe Links zum Thema:
Artikel zum Rathaus-Forum auf HL-live und LN-Online
www.hl-live.de/aktuell/textstart.php?id=55559
www.ln-online.de/regional/2658548
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Letzter Zugriff auf diesen Artikel am 07.02.2012 um 19:58 Uhr.
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09.02.2012
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09.30-18.30 Uhr: Kunstausstellung – »Bilder vom Meer«.
10.00-17.00 Uhr: Besichtigung der Ostseestation »Was lebt in der Ostsee«.
15.00-17.00 Uhr: Bücherstube im Gesellschaftshaus.
17.00 Uhr: Kinder-Klangmeditation
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10.02.2012
09.30-18.30 Uhr: Kunstausstellung – »Bilder vom Meer«.
10.00-17.00 Uhr: Besichtigung der Ostseestation »Was lebt in der Ostsee«.
15.00-17.00 Uhr: Bücherstube im Gesellschaftshaus.
15.318.00 Uhr: Schweizer Hüttenzauber.
18.00 Uhr: »Spaziergang durch das alte Travemünde«.
19.00 Uhr: Schach für Jedermann/ frau mit dem TSV Travemünde.
19.30 Uhr: Philosophischer Salon.