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 VERANSTALTUNGEN

Konzertlegende im Rosenhof

Veranstalter Fritz Rau berichtete über 50 Jahre hinter der Bühne

Travemünde 29.01.2010 | Er hat 50 Jahre seines Berufslebens dort verbracht, wo eingefleischte Musik-Fans gern hinwollen: Backstage, hinter die Bühne. Fritz Rau, legendärer Konzertveranstalter der 2. Hälfte des 20. Jahrhunderts, nahm die Zuhörer seines Vortrages im Rosenhof heute zumindest mal im Geiste mit hinter die Bühne. Grundlage des Vortrags ist Raus Autobiographie »50 Jahre Backstage.«

Fritz Rau, Jahrgang 1930, hat was zu erzählen. Foto: TA
Fritz Rau, Jahrgang 1930, hat was zu erzählen. Foto: TA

Geboren im Jahre 1930, beginnen Fritz Raus Schilderungen in der dunklen Zeit. Er sei bis 1945 ein überzeugter Hitler-Junge gewesen, bekannte er ganz offen, worauf er alles andere als stolz sei. Nach dem Krieg sei er dann »durch Jazz entnazifiziert« worden. »Der Jazz ist die Verkörperung der Freiheit und der Individualität und daher bis zum heutigen Tage allen Diktaturen ein Dorn im Auge«, meinte Rau.

Fritz Rau hat 50 Jahre lang, die komplette zweite Hälfte des 20. Jahrhunderts, als Konzertveranstalter gewirkt. Er müsse dabei immer wieder gefragt, was »Backstage« bedeutet und dass das nichs mit Backs-Tagen zu tun habe, die er in einer Backstube verbracht hätte, sondern eben der Fachbegriff für den Bereich hinter der Bühne ist. Der Wunsch vieler Konzertbesucher sei es, dort hinzugelangen, und dieser Wunsch ende meist vor einem kompakten Backstage-Ordner, erklärte Rau in seiner humorigen Art, die sich durch den ganzen Vortrag zog. Foto: TA
Fritz Rau hat 50 Jahre lang, die komplette zweite Hälfte des 20. Jahrhunderts, als Konzertveranstalter gewirkt. Er müsse dabei immer wieder gefragt, was »Backstage« bedeutet und dass das nichs mit Backs-Tagen zu tun habe, die er in einer Backstube verbracht hätte, sondern eben der Fachbegriff für den Bereich hinter der Bühne ist. Der Wunsch vieler Konzertbesucher sei es, dort hinzugelangen, und dieser Wunsch ende meist vor einem kompakten Backstage-Ordner, erklärte Rau in seiner humorigen Art, die sich durch den ganzen Vortrag zog. Foto: TA

Es folgten Erzählungen von seinem ersten Konzert, das er am 2. Dezember in der Stadthalle Heidelberg veranstaltete. Wie er, als es an der Konzertkasse mit dem Vorverkauf nicht lief, sich die Karten einfach bündelweise in die Taschen stopfte und jeden ansprach, erst die hübschen Studentinnen, dann die Kommilitonen, schließlich sogar den Straßenbahnschaffner, und am Ende war das Konzert ausverkauft. So setzten sich die Geschichten fort von der Zeit des Jazz bis zum Rock ’n’ Roll.

Fritz Rau zeigt ein Konzert-Plakat. Foto: TA
Fritz Rau zeigt ein Konzert-Plakat. Foto: TA

Das Publikum, das die Zeit, die dort geschildert wurde, größtenteils selbst miterlebt hatte, freute sich über die treffenden Schilderungen. Immer mehr Anekdoten folgten und schließlich wurde fast jeder Satz des Vortragenden mit Lachern der dankbaren Zuhörer quittiert.

Fast zu kurz die musikalischen Unterbrechungen von Gitarrist und Sänger Dr. Jürgen Schwab. Foto: TA
Fast zu kurz die musikalischen Unterbrechungen von Gitarrist und Sänger Dr. Jürgen Schwab. Foto: TA

Zwischendurch gab es auch Musik zum Hören, vorgetragen von Gitarrist und Sänger Dr. Jürgen Schwab.

In der Pause gab es Sekt und O-Saft vom Rosenhof-Team. Foto: TA
In der Pause gab es Sekt und O-Saft vom Rosenhof-Team. Foto: TA

Wer sich im Schneetreiben hintraute zum Rosenhof, der wurde belohnt, denn hier erlebte man endlich mal wieder zwei Könner auf der Bühne, die dort auch hingehören. TA

«Ich war der schlechteste Jazz-Bassist Deutschlands in den 50er Jahren«, meinte Fritz Rau und zeigte ein frühes Foto, auf dem er sich hinter seinem Instrument versteckt. Seine Berufung lag hinter der Bühne, als Veranstalter. Foto: TA
«Ich war der schlechteste Jazz-Bassist Deutschlands in den 50er Jahren«, meinte Fritz Rau und zeigte ein frühes Foto, auf dem er sich hinter seinem Instrument versteckt. Seine Berufung lag hinter der Bühne, als Veranstalter. Foto: TA


 

 

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