Travemünde 05.03.2010 | Mit Kopfschütteln und Unverständnis nimmt die CDU-Fraktion in der Lübecker Bürgerschaft die rot-rot-grüne Initiative zur Freigabe des Aqua-Top-Gebäudes für Graffiti-Sprayer auf. Hierzu erklärt das Fraktionsmitglied Jochen Mauritz:

»In seiner gestrigen Sitzung hat der Jugendhilfeausschuss mit Mehrheit der Verwaltung den Auftrag erteilt, eine Freigabe der Innen- und Außenflächen des Aqua-Top-Gebäudes für Graffiti-Sprayer zu prüfen. Bei allem Verständnis für den Bedarf an Möglichkeiten, legal Graffiti zu sprühen, darf dies aus unserer Sicht jedoch gerade im inneren Kurgebiet Travemündes keine Option sein. Hier geht Rot-Rot-Grün eindeutig zu weit.
Erfahrungen in Lübeck und anderen Städten mit der Freigabe von Flächen für Sprayer zeigen, dass die Graffiti-Aktivitäten sich meist auch auf das nähere Umfeld ausdehnen. Mitten in der Hochsaison eine durch Sprayer verunreinigte Fläche direkt an Strand- und Hafenpromenade zu schaffen, ist undenkbar für ein touristisch attraktives Seebad. Für die ohnehin schon durch Investitionsstau und Abgabenplanung arg gebeutelte Travemünder Tourismuswirtschaft kann ein schlechteres Zeichen gar nicht erdacht werden.
Was die Durchführbarkeit der Freigabe angeht, überrascht es uns übrigens schon, dass mit einem mal auch innerhalb des Gebäudes Aktivitäten geplant werden dürfen. Wenn hier also für Sprayer das Gebäude geöffnet wird und womöglich Strom für Licht und Heizkosten gezahlt werden müssen, andererseits aber die gewerblichen Mieter entfernt werden und Veranstaltungen nicht stattfinden dürfen, ist dies ein nicht akzeptabler Widerspruch.« OF
Quelle: Text: Pressemitteilung CDU Fraktion Lübeck, Foto: Archiv TA
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Kommentar von Rolf Fechner am 05.03.2010:
Haben die einen Knall? Jeden Tag eine andere Horrormeldung, Travemünde und insbesondere das Aquatop betreffend.
Kommentar von H. Jakob am 05.03.2010:
Ich glaube ich Träume. Was soll denn die (...) Anfrage. Die sogenannten Sprayer sollen sich doch ein eigenes Eigentum anschaffen, da können Sie mit aller Inbrunst sprayen. Für mich sind diese Menschen (...) und keine Künstler.
Kommentar von Wolfram Plewa am 05.03.2010:
Geht’s noch? Und die »Tourismus-Marke Travemünde« wird sicher völlig neu definiert?
Kommentar von Rolf Fechner am 05.03.2010:
Meinen heutigen emotionalen Kommentar – die haben einen Knall - möchte ich auch rational begründen: Es gibt echte Grafittikünstler, denen zB kommunalerseits ein Auftrag erteilt wird, eine Fläche optisch zu verschönern, so geschehen mit der Hannoveraner U-Bahnstation »Sedanstrasse«. Ist toll geworden! Diese Kunstwerke sollen aber Bestand haben. Das Aquatop soll aber, da die Stadt Lübeck nicht in der Lage ist, es zu betreiben oder betreiben zu lassen, abgerissen werden. Bei echter Kunst wäre der Abriss schade, vielleicht auch unmöglich. Man muß aber realistischerweise davon ausgehen, dass jeder Grafittoschmierer seine Tags hinterlassen darf. Damit wäre der – von den Anwälten des Vermieters Lübecker Schwimmbäder beschworene – »Mißbrauch des Aquatop durch vermeintliche Künstler« tatsächlich eingetreten. Ein Superschandfleck in 1A Lage. Er würde nach der nach oben offenen Häßlichkeitsskala sicher einen Spitzenplatz einnehmen! Ich möchte nicht mehr von Lübeck regiert werden!!
Kommentar von V. Holscher am 05.03.2010:
So sehr ich für die Freizeitgestaltung der Jugend bin, so wenig Verständnis habe ich für den Vorschlag des Jugendhilfeausschusses der Hansestadt Lübeck übrig. Gibt es wirklich keine anderen Probleme, als Sprayer mit Freiflächen zu versorgen? Kann man die Sprayer nicht für etwas Positiveres begeistern, etwas Aufbauendes statt zu Verschandeln? Dass würde ich unter positiver Jugendarbeit verstehen. Der »schönste Platz der Welt«, wie von einem Travemünder Gastronomen behauptet, wird immer mehr zum Schandfleck. Denn es kommt, dass dann nicht nur das AQUA TOP besprayt wird sondern auch andere Häuser, Wände, Autos, etc. Toll!! Man muss sich immer mehr vor unseren zahlenden Sommergästen für das, was ihnen von Lübeck hier in Travemünde geboten wird, schämen.
Kommentar von Wolfram Plewa am 06.03.2010:
Vorschlag: Zur Erprobung können die Mitglieder des Jugendhilfeausschusses doch ihre privaten Freiflächen zur Verfügung stellen.
Kommentar von Herr Fugbaum am 06.03.2010:
Wenn ich das richtig verstanden habe, soll dass Gebäude doch abgerissen werden. Wenn wie in diesem Fall kein Nutzen mehr vorhanden ist, spricht doch nichts gegen eine kreative Auslebung der Jugend. Übrigens ist Graffiti nicht nur ein »Jugendsport«, sondern wird auch von Leuten ausgeführt, die man nicht mehr als jugendlich bezeichnen würde. Diese »Knaben« sind mittlerweile um die 30 Jahre alt und haben teilweise sogar einen anerkannten Hochschulabschluss. Und dies nicht nur im Bereich Kunst. Warum sollte man diesen Leuten, die bereits eigenes Eigentum besitzen und Eigentum auch wertschätzen, nicht die Möglichkeit geben, sich mit ihrem Hobby ausleben zu können. Graffiti ist zwar nicht gleich Kunst, aber Graffiti ist auch nicht nur Vandalismus! Überzeugen sie sich selbst: (...)
Kommentar von Wolfram Plewa am 07.03.2010:
@ Fugbaum, von Ihren theoretischen Ansätzen in die Praxis: Vorab: Ihre betuchten Sprayer benötigen für ihr Hobby wohl kaum den Jugendhilfeausschuss. Generell hier lediglich einige Fragen: Wer schützt eigentlich seriöse Sprayer vor der Randale Anderer? Wer schützt die Umgebung vor Übergriffen? Wie ist die Entschädigung geregelt? Wie wird die Umweltverschmutzung verhindert? ... Eine direkte Frage an den Jugendhilfeausschuss: Warum werden speziell für Jugendliche nicht mehr Veranstaltungen angeboten, die einen Bezug zur Ostsee bzw. zur Ostseenähe herstellen?
Kommentar von Herr Fugbaum am 08.03.2010:
1. In eigenen Garten zu malen ist zwar schön, aber A. malt man immer seine eigenen Bilder wieder über und B. sieht es kaum einer. Deshalb sind öffentliche Schauplätze, wie hier an einer besonders schönen Location am Strand, wesentlich beliebter. 2. Wer kann schon dafür Sorge tragen, was andere Leute machen?! Man darf doch nicht alle über einen Kamm scheren. Schwarze Schafe gibt es überall. Politiker sollem doch auch dem Volk dienen und trotzdem werden »Spenden« angenommen, die natürlich »rein gar nichts mit dem eigenem Interesse« des Spenders zu haben. Ist klar!? Und nun? Ich finde das ist eine gute Sache mit der Freigabe. Vielleicht sollte man über Genehmigungen zum Sprühen nachdenken, um so die Anzahl der schwarzen Schafe zu reduzieren. Verschmutzung könnte durch Müllbehälter eingedämmt werden. Solche Vorkehrungen haben in der Vergangenheit schon gezeigt, dass Missbrauch und Umweltverschmutzng somit verhindert werden...
Kommentar von Wolfram Plewa am 09.03.2010:
@ Fugbaum, langer Rede kurzer Sinn: Sie haben auf konkrete Fragen also keine realistischen Lösungen. Auch Ihr Gag bezüglich der Umweltverschmutzung, Sprayabfallprodukte in Müllbehältern aufzufangen, spricht für sich. Ein Tipp: Stellen Sie sich doch einmal für derartige Veranstaltungen rund um die Uhr als verantwortlicher Wachmann zur Verfügung und reflektieren Ihre Erfahrungen in Ihrem nächsten Kommentar.
Kommentar von B.O. am 09.03.2010:
spekulationen, würde ich dies alles nennen... spekulationen von menschen die nicht bewandert sind in den verschiedenen aufeinander prallenden welten. um mal ein vorurteil aus der welt zu schaffen, ich bin derweil ende 20 und male seit meinem 14. lebensjahr. bin ich deshalb ein krimineller spät- pubertierender, der keine achtung und keinen respekt vor dem eigentum anderer menschen hat? ich bin derweil dipl. wirtschafts-ing. und diplomierter tontechniker. würden sie mich auf der straße treffen würden sie es sich nicht trauen mir so etwas ins gesicht zu sagen. Graffitti ist die lebendigste kunstform unserer zeit, das gilt es zu akzeptieren. die stadt ist in der pflicht auch für diese künstler flächen zu schaffen, dass es aber das aqua top sein muss, halt ich für unangemessen, denn es wird dazu kommen, dass nebengebäude leiden. schwarze schafe gibt es überall, wer das nur bei sprühern vermutet, sollte mal daran denken, wenn er das nächste mal falsch parkt! ... Teil 2
Kommentar von B.O. am 09.03.2010:
Teil 2: aber an legalen flächen halten wir uns an die regeln. die aussage von herrn plewa über die idee von herrn fugbaum ist, ich sage es ganz deutlich, eine respektlose frechheit – unsachlich, unverschämt! das sprüher ihren »arbeitsplatz« an legalen flächen sauber hinterlassen ist selbstverständlich & wird auch getan. ich denke, herr plewa, sie haben kein gegenbeispiel? in diesem fall würde ich sie bitten, es einzustellen aufgrund von vermutungen vermeintliche tatsachen zu titulieren & aussagen anderer menschen als falsch darzustellen – oder, um ein gängiges zitat der jugend zu benutzen: »wenn man keinen ahnung hat, einfach mal fresse halten!« – danke. kommen wir zum punkt, das aqua top ist ein schandfleck & muss weg, für sprüher muss an anderer stelle ein freiraum geschaffen werden (dass abrissgebäude in industriestadteilen angenommen werden, dass zeigt hamburg mehrfach, verschandelung der nebengebäude nicht vorhanden!) alles in allem ist der grundstein ein respektvoller umgang, denn graffitti lebt von respekt!
Kommentar von Wolfram Plewa am 10.03.2010:
@ O.B.: Zunächst müssen Sie schon meine Kommentare richtig lesen lernen und dann sachlich kommentieren; u. a. will ich seriöse Sprayer durchaus geschützt sehen. Unterstellen Sie mir also nicht irgendwelche Schauermärchen. Geben Sie als Fachmann doch einmal bezüglich des Umweltschutzes einige Tipps. Bezogen auf den Vorschlag des Jugendhilfeausschusses sind Sie in Ihrem fortgeschrittenen Alter doch gar nicht angesprochen. Welches Problem haben Sie eigentlich, nicht einmal Ihren Namen zu nennen?
Kommentar von B.O. am 11.03.2010:
betreffend Herrn Plewa: in der heutigen zeit seinen vollst.namen an jedem ort im netz zu hinterlassen, zählt meines erachtens nicht zu den klügsten entscheidungen, die man treffen kann. ich habe ihren kommentar schon richtig gelesen und erkannt, dass sie den vorschlag von herrn fugbaum als »gag« tituliert haben und im unterstellt haben, er habe keine konkreten lösungsvorschläge – oder wollen sie dies leugnen? der müllbehälter ist ein ernstgemeinter vorschlag & funktioniert auch in der realität. wenn sie möchten könnte man es auch sicher einrichten, dass ein spezieller behälter für leere dosen aufgestellt wird, welcher dann geleert & entsprechend entsorgt wird. in wie weit sprühdämpfe umweltschädlich sind, darüber kann ich mir kein urteil erlauben welche verschmutzungen meinen sie denn, welche weiterhin enstehen würden? dass sie seriöse sprüher nicht angegriffen haben, bzw. geschützt sehen wollen, habe ich, lesen auch sie artikel genau, nicht angestritten.
Kommentar von B.O. am 11.03.2010:
was aber vielleicht das interessanste sein sollte ist, dass ich selbst sprüher, auch wenn ich meinen höhepunkt der aktivität sicherlich lange hinter mir habe, dieses vorhaben äusserst kritisch betrachte und mich dagegen aussprechen würde. sofern man sich darauf einigen kann, dass die fassade bunt gestaltet werden soll, würde ich empfehlen, dass man diese über das jahr verteilt an bestimmten wochenenden, vielleicht 2-3, freigibt und dies als event plant, sprüher einläd, flächen abspricht, für ( gemäßigte ) musik sorgt, dies alles betreuen so dass es keine schäden an nebengebäuden gibt. dann kann man hier auch ein gewisses niveau erwarten und diese kunstform auch dem besucher von travemünde nahe bringen, der zuschauen kann. so wird die fassade bunt und schön, es wird kein platz für jeden schmierer und es bietet eine gewisse anziehung für interessierte. vielleicht ein vorschlag, für genau das, was auch sie vermissen, angebote für jugendliche in travemünde...
Kommentar von Wolfram Plewa am 11.03.2010:
@ O.B.: Was wer kommentiert hat, dass ist doch nachlesbar. Aber gerne erläutere ich Ihnen meine Meinung zur Umweltverschmutzung; u. a. hat Sprayen insbesondere etwas mit Chemie, also mit Luftverunreinigung, zu tun; auch mit der späteren Entsorgung von Sprayflächen als Sondermüll. Das Umweltproblem auf die Entsorgung der Spraydosen zu reduzieren, halte ich für einen Witz! Dies müßte Ihnen als Fachmann doch auch klar sein. Worin sehen Sie eigentlich das Problem, Ihnen eine fundierte Meinung ins Gesicht zu sagen? Darunter verstehe ich meine Meinung; nicht, was mir jemand als Meinung unterstellt! Ansonsten mein Tipp: Diskutieren Sie Ihre Vorschläge einfach einmal mit den umliegenden Dienstleistern!
Kommentar von Wolfram Plewa am 11.03.2010:
@ O.B., @ Fugbaum: Ich schulde Ihnen noch eine Zahl: In Deutschland werden lt. meinen Internetrecherchen für die Beseitigung von »Graffiti-Übergriffen« jährlich 500 Millionen EURO ausgegeben.
Kommentar von B.O. am 11.03.2010:
herr plewa, seien sie mir nicht böse, ich musste bei Ihrem kommentar grinsen. die entsorgung der dosen als restmüll ist nämlich mit sicherheit der größte umweltschaden, du den ausstössen von stoffen beim sprühen habe ich mich geäussert und zwar dahingehend, dass ich mir darüber kein fundiertes urteil erlauben kann, können sie es? sie sollten meine kommentare genauer lesen, dann wäre ihnen aufgefallen, dass ich genau, was sie mir vorwerfen nicht tue, nämlich das umweltproblem nicht nur auf die entsorgung zu minimieren. es dürfte aber deutlich wichtigere fragen und probleme geben, als den ausgestossenen staub beim malen, jedes auto pumpt mehr dreck in die luft, schafft aber nur kilometer und keine kunst. was anderes, wo ich das problem sehe, mir eine fundierte meinung ins gesicht zu sagen? ähm, wie soll ich mir selbst eine meinung ins gesicht sagen? aber ich habe verstanden, was Sie meinen - aber ist ihre meinung fundiert?
sind Sie auf irgendeine weise vertraut mit der umweltverträglichkeit von bestimmen sprühdosen? haben sie erfahrungen mit inhaltsstoffen? produktion? oder wissenschaftlichen studien über den ausstoss von sprühprodukten? wenn ja, äussern sie sich bitte gerne, wenn nicht, halte ich es für gefährlich die eigene meinung als »fundiert« darzustellen. was ich mit den uml.dienstleistern diskutieren soll ist mir rätselhaft, denn wie sie hoffentlich gelesen haben, spreche ich mich zunächst gegen die absolute freigabe der fläche frei. bez. der entstehen kosten. Der steuerzahler zahlt, dass ist nicht akzeptabel. aber, sollte das grund geben mehr geld auszugeben um das katz und maus spiel zu verschlimmern, oder geht man sprühern entgegen und bietet ihnen flächen an und verringert somit das illegale malen? das muss aber nicht an dem schönsten ort travemündes sein. im übrigen, ich halte diese diskussion bedauerlicherweise nicht mehr für konstruktiv und sachlich, sondern für persönlich.
... des Vortages nach Zugriffen:
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09.30-18.30 Uhr: Kunstausstellung »...was erzählt mir das Meer?«
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10.00 Uhr: Wind Art Travemünde.
10.00-10.45 Uhr: Schwingstab Krafttraining.
10.00-12.00 Uhr: KIds-Club: Spaß-/Bewegungsstunde.
10.00-17.00 Uhr: Besichtigung der Viermastbark »Passat«
10.00-17.00 Uhr: Besichtigung Ostseestation »Was lebt in der Ostsee«.
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