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 ORTSGESCHEHEN

Lieder aus der alten Heimat begeisterten und rührten viele deutschstämmige ArgentinierInnen

Reisetagebuch Teil 4

Travemünde/Buenos Aires 09.03.2010 | Da sprang gleich der Funke über im voll besetzten Saal im Clubhaus der »Sociedad Coral Alemania«, der Deutschen Chorvereinigung Villa Ballester, etwa 40 km außerhalb von Buenos Aires. Es sei dort die größte deutschstämmige Kolonie des Landes, wusste man uns zu erzählen, heute seien es noch rund 10 000, doch 40 000 oder auch mehr waren es noch in den 40er Jahren des letzten Jahrhunderts.

Frühstück mit Blick auf die Stadt. Foto: KARL ERHARD VÖGELE
Frühstück mit Blick auf die Stadt. Foto: KARL ERHARD VÖGELE

Insgesamt würde man einschließlich der Wolgadeutschen mehr als 1 Million Bürger des Landes zählen mit deutscher Abstammung. Es gäbe eine evangelische Gemeinde in Villa Ballester, einen Kindergarten, Schulen usw...

Pechvogel des Tages mit dem Wanderpokal. Jetzt hat er mehr Zeit zum Gucken. Die Kamera hat ein anderer: ein schneller Radfahrer. Armut sei kein Diebstahl kommentierten die einen, als das Militär noch das Sagen hatte, hätte es sowas nicht gegeben, sagten die anderen. Foto: KARL ERHARD VÖGELE
Pechvogel des Tages mit dem Wanderpokal. Jetzt hat er mehr Zeit zum Gucken. Die Kamera hat ein anderer: ein schneller Radfahrer. Armut sei kein Diebstahl kommentierten die einen, als das Militär noch das Sagen hatte, hätte es sowas nicht gegeben, sagten die anderen. Foto: KARL ERHARD VÖGELE

Die Vorbereitungen für das Fest waren gewaltig und nur angemeldete Gästen durften rein, so groß war der Andrang zum Besuch der Deutschen Chorsänger. Lange vor dem offiziellen Beginn um 11 Uhr stand eine Schlange am Eingang.

Ein Grill – selfmade in Argentinia – mit gigantischen Ausmaßen – so auch die Fleischstücke. Foto: KARL ERHARD VÖGELE
Ein Grill – selfmade in Argentinia – mit gigantischen Ausmaßen – so auch die Fleischstücke. Foto: KARL ERHARD VÖGELE

Ganz besonders beeindruckt hat uns der riesige Grill mit allerhand Fleisch und Würsten am Spieß. Es war klar, hier spielt das Fleisch bei den Festen und auch bei der Ernährung eine ganz besondere Rolle. Nicht nur Shanties standen auf dem Programm des Passat Chores sondern auch die klassischen deutschen Volkslieder. Mitsingen und Schunkeln bei ausgelassener Stimmung war angesagt und manch einem alten Recken standen die Tränen in den Augen. So gab es reichlich Zugaben und es hätte noch mehr Zugaben gegeben, hätte das gegarte Fleisch nicht dringlich gemahnt, nun endlich auf die Tische zu kommen.

Schon lange vor dem offiziellen Beginn bildete sich eine Warteschlange. Foto: KARL ERHARD VÖGELE
Schon lange vor dem offiziellen Beginn bildete sich eine Warteschlange. Foto: KARL ERHARD VÖGELE

Der Übergang vom Konzert im lang anhaltenden Beifall zum Festschmaus gelang ganz elegant. Plötzlich erschienen die Damen unserer Gastgeber mit den Brotkörben und das war das Signal für den zweiten Teil des Festes. Die Mitglieder des Passat Chores wurden per Los auf die Tische verteilt und es gab viele interessante und sehr herzliche Gespräche. Neben den beeindruckenden Fleischportionen wurden viele Salate gereicht, lecker zubereitet aus den Früchten des Landes.

Das neueste Heft von Travemünde Aktuell ging von Hand zu Hand. Hier erweckt die Anzeige der Alten Vogtei das besondere Interesse. Foto: KARL ERHARD VÖGELE
Das neueste Heft von Travemünde Aktuell ging von Hand zu Hand. Hier erweckt die Anzeige der Alten Vogtei das besondere Interesse. Foto: KARL ERHARD VÖGELE

Beeindruckt und die Rettung des Vegetariers vor dem vielen Fleisch war der hervorragend nach schwäbischem Rezept zubereitete Kartoffelsalat. Als Nachtisch wurde eine auf der Grundlage der süßen Kartoffel zubereitete gelatineartige Marmelade auf Käse (Poster Criosso) und zum anderen Quittengelee, ebenfalls auf Käse, gereicht. Getränke waren rote und weiße Weine, Bier und viel Mineralwasser.

Unter rhythmischem Klatschen zieht der Passat Chor in den Festsaal ein. Foto: KARL ERHARD VÖGELE
Unter rhythmischem Klatschen zieht der Passat Chor in den Festsaal ein. Foto: KARL ERHARD VÖGELE

Der Austausch der Geschenke war eine herzliche Zeremonie. Alle wurden erwähnt, die an der Vorbereitung des Festes beteiligt waren und auch die gesamte Reise des Chores in den Süden des Landes erst möglich gemacht haben.

Rudolf Hepe, Vizepräsident der Dachorganisation der Vereinigten deutsch-argentinischen Verbände, erhält als Dankeschön für die hervorragende Unterstützung beim Planen und Organisieren der Reise als Geschenk eine Wetterstation. Foto: KARL ERHARD VÖGELE
Rudolf Hepe, Vizepräsident der Dachorganisation der Vereinigten deutsch-argentinischen Verbände, erhält als Dankeschön für die hervorragende Unterstützung beim Planen und Organisieren der Reise als Geschenk eine Wetterstation. Foto: KARL ERHARD VÖGELE

Nun ging das Feiern in die letzte Runde und wurde noch einmal recht ausgelassen. Mitglieder der Combo gingen mit Gitarre und Akkordeon durch die Reihen und brachten die Stimmung auf den Höhepunkt. Ein besonderes Dankeschön galt noch der Firma Hohner. Sie stellte dem Passatchor drei Akkordeoninstrumente zur Verfügung für Konzerte vor Ort.

Voller Saal im Gemeinschaftshaus der »Sociedad Coral Alemania«. Foto: KARL ERHARD VÖGELE
Voller Saal im Gemeinschaftshaus der »Sociedad Coral Alemania«. Foto: KARL ERHARD VÖGELE

Genau so ruhig und mit gelassener Heiterkeit, wie es begann, neigte sich das Fest am späten Nachmittag seinem Ende entgegen. Im Bus holten die Anstrengungen des Tages die Sänger doch noch ein, aber dass es ein einmalig schönes Fest war und wir alle von der Herzlichkeit unserer Gastgeber beeindruckt waren und ihnen ein kleines Stückchen der alten Heimat mitgebracht haben, das wird uns in langer Erinnerung bleiben.

Ich melde mich wieder. KEV

Die Stimmung brachten die beiden Musiker der Combo des Passat Chores noch einmal auf den Höhepunkt. Spontan machten sich auf den Weg durch den Saal. Krystian Hollenstein mit der Gitarre und Siegfried Wiebus, Akkordeon. Foto: KARL ERHARD VÖGELE
Die Stimmung brachten die beiden Musiker der Combo des Passat Chores noch einmal auf den Höhepunkt. Spontan machten sich auf den Weg durch den Saal. Krystian Hollenstein mit der Gitarre und Siegfried Wiebus, Akkordeon. Foto: KARL ERHARD VÖGELE

TA-Lesetipps zum Thema:

Reisetagebuch Teil 1: Passatchor startet verspätet zur Konzertreise nach Argentinien (05.03.2010)

Reisetagebuch Teil 2: Ein Betankungsventil hat die Sache ganz spannend gemacht (06.03.2010)

Reisetagebuch Teil 3: Rauschender Beifall vor faszinierender Kulisse (08.03.2010)


 

 

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Letzter Zugriff auf diesen Artikel am 29.07.2010 um 17:15:30 Uhr.
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