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 ORTSGESCHEHEN

Paseo del Coro Passat und ein Empfang in der Deutschen Botschaft aus Anlass des Besuches des Deutschen Außenministers

Reisetagebuch Teil 5

Travemünde/Buenos Aires 09.03.2010 | Fangen wir mit der Paseo an. Frei übersetzt soll das heißen: ein bisschen Pause muss sein. Der Passat Chor gönnte sich einen Ausflug an den Rio de Tigre im Delta des Rio de la Plata. Nach der Besichtigung einer Kirche führte die Rundreise mit einem kleinen barkasseähnlichen Schiff durch die eine Inselwelt mit vielen kleinen und auch phantastisch großen Villen, Wochenendhäusern und Restaurants.

Akkordeonistin Anja entdeckt viele Motive.
Akkordeonistin Anja entdeckt viele Motive.

Höhepunkt war ein Mittagessen, das die Sänger und Akkordeonistin Anja von der Combo im angenehmen Schatten am Fluss sichtlich genossen. Wohltuendes Nichtstun, Sitzen, Gucken und Staunen über allerhand interessante Dinge, wie z.B. der fahrender Supermarkt oder auch die Müllabfuhr per Schiff boten zwar etwas Abwechslung, doch, so meinten die Sänger, sie spürten schon Entzugserscheinungen. Man müsse endlich mal wieder singen.

Der schwimmende Supermarkt.
Der schwimmende Supermarkt.

Daran soll kein Mangel sein: der nächste Auftritt ist im Goethe-Institut angesagt. Bleibt noch nachzutragen, dass es wieder einen Pechvogel des Tages gibt. Er konnte nur noch staunend seinen falschen 100 Pesos-Schein herumreichen (entspricht etwa 20 EURO). Deutlich war am unteren Rand zu sehen, wie eilig und schusselig die Fälscher den Schein mit der Schere zurecht geschnipselt haben.

Speisen und Trinken im Schatten.
Speisen und Trinken im Schatten.

Dann der Empfang in der Botschaft. Nicht schlecht staunte Karl Erhard Vögele, als ihm der Präses der Deutsch-Argentinischen Handelskammer, Dr. Klaus Wilhelm Lege, den Vorschlag machte, als Lübecker FDP-Mann zum Empfang des Deutschen Außenministers in die Deutsche Botschaft zu kommen. Man könne auch gleich die Grüße des Passat Chors übermitteln. Eingefädelt hatte die Idee Hartmut Haase vom Verein »Rettet die Passat«. Dr. Lege saß zufällig am Tisch beim Treffen mit den deutschstämmigen Argentiniern in Villa Ballester.

Bundesaußenminister Dr. Guido Westerwelle (l.), Karl Erhard Vögele, Begleiter des Passat Chors (m), Botschafter Günter Gieß (r).
Bundesaußenminister Dr. Guido Westerwelle (l.), Karl Erhard Vögele, Begleiter des Passat Chors (m), Botschafter Günter Gieß (r).

Nach kurzer Überlegung, ob KEV denn die Anzugsordnung einhalten kann, war die Sache perfekt. Der Taxifahrer wusste zwar nicht, wo die Deutsche Botschaft war, doch über Funk konnte das schnell geklärt werden. Bei dichtem Verkehr zeigten das Hochgeschwindigkeitstaxi und sein Fahrer wie genau jemand die Ausmaße der vier Kanten seines Gefährts kennen musste. Dass man sich bereits im Millimeterbereich bewegt, wurde dem angeschnallten Fahrgast bald klar. Eine Minute vor 20 Uhr war die Botschaft erreicht und der Einlass funktionierte für den nachträglich angemeldeten Gast auch.

Das Gruppenbild. Einige Sänger leiden unter Entzugserscheinungen: »Wir wollen endlich wieder singen …«
Das Gruppenbild. Einige Sänger leiden unter Entzugserscheinungen: »Wir wollen endlich wieder singen …«

Außenminister Dr. Guido Westerwelle erschien mit leichter Verspätung. Seine Begrüßungsrede begann er mit drei Glückwünschen. Nummer 1: er beglückwünschte alle anwesenden Damen zum heutigen Weltfrauentag. Nummer 2: Argentinien hatte einen OSKAR gewonnen und die Nummer 3 trug er ziemlich verhalten vor: »Herzlichen Glückwunsch zum 1:0 im Freundschaftsspiel«. Heiterkeit kam dann auf, als mitten im Satz irgendwo ein Sektkorken knallte. Westerwelle reaktionsschnell: »… und das war ein Geräusch, meine Damen und Herren, das wir alle lieben«.

Das Haus – heute Museum, geschützt durch einen Glasüberbau – des ehemaligen Präsidenten Sarmiento, der 1870 neben anderen Neuerungen das freie Schulwesen einführte.
Das Haus – heute Museum, geschützt durch einen Glasüberbau – des ehemaligen Präsidenten Sarmiento, der 1870 neben anderen Neuerungen das freie Schulwesen einführte.

So nahm der Empfang dann mit Buffet und Gesprächen seinen erwarteten Verlauf, nach dem der Außenminister hervorhob, wie sehr die Deutsche Bundesregierung das deutsch-argentinische Verhältnis verbessern wolle. Die gemeinsamen Grundwerte von Freiheit und Demokratie würden dies erleichtern. Zuvor machte Dr. Lege den Lübecker mit dem Minister bekannt. Der freute sich, trug KEV auf, seine Grüße an die Lübecker FDP auszurichten und zeigte sich sehr interessiert an der Konzertreise des Passat Chors. Nicht minder der Deutsche Botschafter Günter Gieß. Der war bereits über die bisherigen Konzerte auf der Libertad und den deutschstämmigen Argentiniern in Villa Ballester bestens informiert. Er sagte auch zu, zum Konzert ins Goethe-Institut zu kommen. Er habe das fest eingeplant. Auf die Frage von KEV, ob er sich denn einen besonderen Shanty wünsche, meinte der Diplomat, er würde sich auf das Konzert sehr freuen und einen besonderen Wunsch habe er nicht. Ich melde mich wieder. KEV

Bundesaußenminister Dr. Guido Westerwelle, Botschafter Günter Gieß (r), Dolmetscherin (l).
Bundesaußenminister Dr. Guido Westerwelle, Botschafter Günter Gieß (r), Dolmetscherin (l).
Karl Erhard Vögele (l), MdB Marina Schuster FDP (r) vom Bundestags-Ausschuss des Auswärtigen.
Karl Erhard Vögele (l), MdB Marina Schuster FDP (r) vom Bundestags-Ausschuss des Auswärtigen.
Außenminister Dr. Guido Westerwelle im Gespräch mit den Gästen des Empfangs in der Deutschen Botschaft in Buenos Aires.
Außenminister Dr. Guido Westerwelle im Gespräch mit den Gästen des Empfangs in der Deutschen Botschaft in Buenos Aires.

Fotos: Dr. Klaus-Wilhelm Lege, Karl Erhard Vögele

TA-Lesetipps zum Thema:

Reisetagebuch Teil 1: Passatchor startet verspätet zur Konzertreise nach Argentinien (05.03.2010)

Reisetagebuch Teil 2: Ein Betankungsventil hat die Sache ganz spannend gemacht (06.03.2010)

Reisetagebuch Teil 3: Rauschender Beifall vor faszinierender Kulisse (08.03.2010)

Reisetagebuch Teil 4: Lieder aus der alten Heimat (09.03.2010)


 

 

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