Travemünde/Ushuaia 18.03.2010 | Bei gelegentlichem Schneefall, Temperaturen um 0 Grad und einem stürmischen Nord-Ost-Sturm fiel der Abschied von Ushuaia, der südlichsten Stadt der Welt, dennoch nicht leicht, wenn gleich die Freude auf das 26 Grad warme Buenos Aires deutlich zu spüren war. Viele der Chormitglieder litten noch unter den deutlichen Beschwernissen und dem Unwohlsein als Folge eines Mittags- und Abendessens in Ushuaia. Der Veranstalter wurde eingeschaltet.

Nach einem teilweise ruppigen Flug von etwas mehr als drei Stunden erreichten wir Buenos Aires. Bedauerlicherweise gingen wieder etliche Griffe und Reißverschlüsse von Koffern und Taschen als Folge des offenbar nicht sehr schonenden Umganges des Personals mit dem Gepäck in die Brüche. Ärgerlich zwar, doch Lösungen wurden denn auch schnell gefunden.

Am Abend stand eine Tangoshow auf dem Programm. Unsicher war, ob sich auch alle Chormitglieder soweit erholen konnten, um an den Spektakel teilzunehmen. Doch die aufmunternden Worte unseres Reiseführers »… wer bei keiner Tangoshow war, war auch nicht in Buenos Aires…« füllten den Bus wieder wie gehabt und bei strömendem Regen und Stop&Go ging es langsam durch die Stadt zum letzten touristischen Event nach San Telmo, dem Tangoviertel der Stadt.
In einem ziemlich »lichtarmen Etablissement« im Stil der 40iger Jahre, aber sehr gemütlichen Atmosphäre, war die Speisenkarte noch ganz gut zu lesen.

Gegen 21 Uhr konnten alle Chormitglieder, teilweise unter Rücksichtnahme auf restliche und deutliche reduzierte Empfindlichkeiten rasch und sehr gut zubereitete Speisen der lokalen Küche, besonders natürlich Beefsteaks, genießen. Kellner im klassischen Outfit mit Fliege, teils mit Krawatte versorgten die Gäste in deutlich geschäftiger Eile. Getränke, insbesondere die sehr gut mundenden argentinische Weine, gab es in angemessener Menge ohne Aufpreis.

Gegen 22 Uhr begann die Show mit einem ohrenbetäubenden musikalischem Getöse, sicher um sich die geneigte Aufmerksamkeit der munter sich unterhaltenden Gäste zu verschaffen. Der Mann am Verstärker fuhr die Lautstärke etwas zurück und so begann eine sehr interessante und lebendig gestaltete Musikshow auf hohem Lautstärkeniveau.

Das Tangoensemble mit klassischer Besetzung nahm mit zunächst 5 und später mit bis zu 8 Musikern den ganzen Bühnenraum ein. Teilweise bis zu drei Tanzpaare gleichzeitig zeigten in artistischer Präzision ihr Können.

Gesangsbeiträge einschließlich einer musikalisch-politischen Hommage an Evita Peron und folkloristischen Einlagen unterhielten das gespannt lauschende Publikum bis Mitternacht.
In der Tat: wer so eine Tangoshow nicht gesehen hat, war nicht in Buenos Aires. Ich melde mich wieder. KEV



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