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 ORTSGESCHEHEN

Das war’s – Der Passat Chor aus Argentinien zurück in der Heimat

Reisetagebuch Teil 17 (letzter Teil)

Travemünde 21.03.2010 | Als wären es Minuten gewesen so empfand es manch einer, ist die Zeit in Argentinien vorbeigerauscht, wenn wir auf das gemeinsam Erlebte zurückblicken. Und doch schien es manches Mal, als würde es Ewigkeiten dauern, mit dem Gepäck auf das Einchecken zu warten, an der Passkontrolle endlich dran zu kommen oder aber auch, 12 oder 14 Stunden auf engsten Raum zu sitzen, um 14.000 Kilometer von Frankfurt nach Buenos Aires zurück zu legen.

Am Ende der Tournee erreichte uns gerade noch rechtzeitig eine Ausgabe des wöchentlich erscheinenden »Argentinischen Tageblattes« mit einem Bericht über die Konzerte in Buenos Aires. Foto: KARL ERHARD VÖGELE
Am Ende der Tournee erreichte uns gerade noch rechtzeitig eine Ausgabe des wöchentlich erscheinenden »Argentinischen Tageblattes« mit einem Bericht über die Konzerte in Buenos Aires. Foto: KARL ERHARD VÖGELE

Acht Mal hieß es den Flieger besteigen, mehr als 50 Stunden dort zu geduldig auszuharren, das herrliche Gefühl zu erleben, wenn sich das Flugzeug abhebt, die schöne Aussicht von oben zu genießen und das Erlebnis, gut angekommen zu sein, wenn der Pilot seine Kiste bei böigem Seitenwind auf die Piste knallt.

Bier aus – nach unserer Lesart – Weingläsern zu trinken, oder Rotwein aus einer Porzellankaraffe in Gläser einzuschenken, die wir spontan »Melittakännchen« nannten, war etwas gewöhnungsbedürftig. Doch wichtig genug, um dieses kleine Erlebnis im Bild festzuhalten und es als Episode das amüsierte Publikum wissen zu lassen. Der Wein war gut und es blieb nicht bei diesem gesondert für die Kamera festgehaltenen einem Mal. Foto: KARL ERHARD VÖGELE
Bier aus – nach unserer Lesart – Weingläsern zu trinken, oder Rotwein aus einer Porzellankaraffe in Gläser einzuschenken, die wir spontan »Melittakännchen« nannten, war etwas gewöhnungsbedürftig. Doch wichtig genug, um dieses kleine Erlebnis im Bild festzuhalten und es als Episode das amüsierte Publikum wissen zu lassen. Der Wein war gut und es blieb nicht bei diesem gesondert für die Kamera festgehaltenen einem Mal. Foto: KARL ERHARD VÖGELE

All das ist aber nichts, das Erlebnis von vier Konzerten als Erinnerung mitzunehmen. Jedes Konzert war ein schöner und einmaliger Erfolg. Der Anfang war schwer auf der »Libertad«. Im Hafen von Buenos Aires vor einer großartige Kulisse unter blauem Himmel und vor tausenden von Menschen von der Back des majestätischen Seglers zu singen und zu spielen.

Die Zimmer mussten im Hotel bis 12 Uhr geräumt und das Gepäck im Hotel bis zur Abfahrt des Chores zum Flughafen aufbewahrt werden. Ein Netz darübergelegt sollte Diebe davon abhalten, sich wiederum eines der Stücke zu bemächtigen. Foto: KARL ERHARD VÖGELE
Die Zimmer mussten im Hotel bis 12 Uhr geräumt und das Gepäck im Hotel bis zur Abfahrt des Chores zum Flughafen aufbewahrt werden. Ein Netz darübergelegt sollte Diebe davon abhalten, sich wiederum eines der Stücke zu bemächtigen. Foto: KARL ERHARD VÖGELE

Vor heimischem Publikum bei der Deutschen Chorvereinigung Villa Ballester erlebte der Chor, was es bedeutet – so rührig es klingt – den deutschstämmigen Argentiniern wieder ein Stück Heimat nahezubringen. Wir empfanden eine Ehrlichkeit der Zuneigung, Freude und Dankbarkeit besonders bei vielen der Älteren, ein Erlebnis, das wir in dieser Eindringlichkeit nicht erwartet haben.

Dem Verstauen der Instrumente im Bus wurde immer höchste Aufmerksamkeit zu Teil. Foto: KARL ERHARD VÖGELE
Dem Verstauen der Instrumente im Bus wurde immer höchste Aufmerksamkeit zu Teil. Foto: KARL ERHARD VÖGELE

Das Konzert im Goethe-Institut in den Räumen der Deutsch-Argentinischen Handelskammer begeisterte viele mit den Deutschen befreundeten Argentinier, die der Einladung gefolgt waren. Ein kleiner Rahmen nur, doch war es das vom Protokoll her gesehen das förmlichste und nicht weniger herzlich und begeistert aufgenommene Konzert.

Bus und Flugzeug waren wichtig und oft Hintergrund für Aufnahmen der Akteure. Hier das letzte Gruppenbild des Chores vor der Abfahrt zum Flughafen vor dem Hotel bei 28 Grad warmer und feuchter Luft. Foto: KARL ERHARD VÖGELE
Bus und Flugzeug waren wichtig und oft Hintergrund für Aufnahmen der Akteure. Hier das letzte Gruppenbild des Chores vor der Abfahrt zum Flughafen vor dem Hotel bei 28 Grad warmer und feuchter Luft. Foto: KARL ERHARD VÖGELE

Mit einem eigenartigen Gefühl im Bauch betraten die Chormitglieder in Feuerland in Ushuaia das ehemalige Gefängnis – nicht weil es so eines mal früher war – sondern weil unvorstellbar schien, wie ein argentinisches Publikum »am Ende der Welt« nach einem musikalischen Entree klassischer Musik auf historischen barocken Instrumenten auf die völlig andere Musikkultur von Shanties und Volksliedern reagieren würde. Der Erfolg und Beifall waren überwältigend.

Zwischen den Autoschlangen auf einer der Hauptstraßen von Buenos Aires preisen fliegende Händler alles an, was sich so tragen lässt. Hier Bonbons. Auch Regenschirme sind zu haben, Getränke und vieles Andere mehr. Foto: KARL ERHARD VÖGELE
Zwischen den Autoschlangen auf einer der Hauptstraßen von Buenos Aires preisen fliegende Händler alles an, was sich so tragen lässt. Hier Bonbons. Auch Regenschirme sind zu haben, Getränke und vieles Andere mehr. Foto: KARL ERHARD VÖGELE

Diese Erinnerungen und Erfahrungen werden lange Spuren in uns hinterlassen. Das touristische Beiprogramm, das eigentlich der Erholung dienen sollte, war nicht minder eine Herausforderung und zugleich auch eine Begegnung mit Land und Kultur. Fast vergessen sind schon die ärgerlichen Erlebnisse. Es wurden uns Uhren, Kameras, Geldbeutel und Handgepäck gestohlen, manch einer hat die Bekanntschaft mit Falschgeld gemacht und schließlich auch mit Beschwernissen der Gesundheit durch unbekömmliches oder durch nicht erkanntes aber verdorbenes Essen.

Ein Blick auf den in Frankfurt aus Buenos Aires kommenden Boeing-Jumbo, in dem wir zusammen mit den anderen Passagieren fast 400 Menschen waren, die dank des Passatwindes und dank der gegenläufigen Erdumdrehung nicht wie in der Gegenrichtung 14 Stunden sondern nur 12 Stunden darin auszuharren hatten. Es war ein Flug, der bis auf wenige Abschnitte ständig teilweise unter sehr kräftigen Turbulenzen litt. Der größte Teil des Fluges entfiel auf die Nachtzeit. Viele konnten nicht schlafen. Foto: KARL ERHARD VÖGELE
Ein Blick auf den in Frankfurt aus Buenos Aires kommenden Boeing-Jumbo, in dem wir zusammen mit den anderen Passagieren fast 400 Menschen waren, die dank des Passatwindes und dank der gegenläufigen Erdumdrehung nicht wie in der Gegenrichtung 14 Stunden sondern nur 12 Stunden darin auszuharren hatten. Es war ein Flug, der bis auf wenige Abschnitte ständig teilweise unter sehr kräftigen Turbulenzen litt. Der größte Teil des Fluges entfiel auf die Nachtzeit. Viele konnten nicht schlafen. Foto: KARL ERHARD VÖGELE

Alle diese Gedanken mögen den einen oder anderen – und auch immer eingeschlossen die einzige Dame des Chors – unsere Anja – immer wieder bewegt haben, als wir angesichts einer profanen Fahrt zum Flughafen zu unserem letzten Reiseabschnitt nach Hause angetreten sind. So möchte ich mich mit diesem Rückblick auch als Fotograf verabschieden, der versucht hat, unter manches mal widrigen Umständen an Texten »herumzubasteln« und der immer Spaß hatte, sich vorzustellen, welche der vielen interessanten Bildern mit den Augen der zu Hause gebliebenen am besten erzählen würden, was die Mitglieder des Chores Tag für Tag erlebten. Ich melde mich wieder – vom nächsten Konzert auf der Passat!

Ihr KEV

Die letzte Strecke im Flieger dauerte nur 50 Minuten. Die Wolken hingen tief. Das Bild zeigt den Anflug auf Hamburg kurz vor Eintauchen in die Wolkendecke. Foto: KARL ERHARD VÖGELE
Die letzte Strecke im Flieger dauerte nur 50 Minuten. Die Wolken hingen tief. Das Bild zeigt den Anflug auf Hamburg kurz vor Eintauchen in die Wolkendecke. Foto: KARL ERHARD VÖGELE
Es ist geschafft. Die Erde, Lübeck und Travemünde haben uns wieder. Die letzte Fahrt im Bus. Bei Nacht sind wir abgefahren und in der Nacht kommen wir wieder zurück. Alles auf und gesund. Und in Travemünde gab es zur Begrüßung Sekt. Foto: KARL ERHARD VÖGELE
Es ist geschafft. Die Erde, Lübeck und Travemünde haben uns wieder. Die letzte Fahrt im Bus. Bei Nacht sind wir abgefahren und in der Nacht kommen wir wieder zurück. Alles auf und gesund. Und in Travemünde gab es zur Begrüßung Sekt. Foto: KARL ERHARD VÖGELE

TA-Lesetipps zum Thema:

Reisetagebuch Teil 1: Passatchor startet verspätet zur Konzertreise nach Argentinien (05.03.2010)

Reisetagebuch Teil 2: Ein Betankungsventil hat die Sache ganz spannend gemacht (06.03.2010)

Reisetagebuch Teil 3: Rauschender Beifall vor faszinierender Kulisse (08.03.2010)

Reisetagebuch Teil 4: Lieder aus der alten Heimat (09.03.2010)

Reisetagebuch Teil 5: Paseo del Coro Passat und ein Empfang in der Deutschen Botschaft aus Anlass des Besuches des Deutschen Außenministers (09.03.2010)

Reisetagebuch Teil 6: Kleine Stadtrundfahrt in Buenos Aires vor dem großen abendlichen Konzert im Goethe-Institut (10.03.2010)

Reisetagebuch Teil 7: Der Passat Chor wird mit seinem in Buenos Aires letzten Konzert im Goethe-Institut in den Räumen der Deutsch-Argentinischen Handelskammer begeistert gefeiert (11.03.2010)

Reisetagebuch Teil 8: Der Passatchor besuchte eine Ranch und verabschiedete sich am Abend in den Kneipen ums Hotel herum von der schönen Stadt am Rio de la Plata (12.03.2010)

Reisetagebucht Teil 9: Auf in die Gletscher – Der Passat Chor auf abenteuerlichen Wegen im Nahuel Huapi Nationalpark in den Anden (Nord Patagonien) (13.03.2010)

Reisetagebuch Teil 10: Auf in den Süden von Argentinien (13.03.2010)

Reisetabeuch Teil 11: Von Bariloche Flug ins 1400 km weiter südlich liegende El Calafate zum Gletscher Puerto Moreno (15.03.2010)

Reisetagebuch Teil 12: Ausflug auf dem Katamaran zu Eisbergen und Gletschern auf dem Lago Argentino bei El Calafate (15.03.2010)

Reisetagebuch Teil 13: Der Passat Chor feiert »Am Ende der Welt« mit einem begeisterten Publikum den Höhepunkt seiner Konzertreise durch Argentinien (16.03.2010)

Reisetagebuch Teil 14: Knapp am Kap – Cabo de Hornos (18.03.2010)

Reisetagebuch Teil 15: Tango in Buenos Aires (18.03.2010)

Reisetagebuch Teil 16: Der Passat Chor ehrt die Opfer des Unterganges der PAMIR an ihrem Gedenkstein auf dem Hauptfriedhof von Buenos Aires (19.03.2010)


 

 

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09.30-18.30 Uhr: Kunstausstellung – »Bilder vom Meer«.

15.00-17.00 Uhr: Bücherstube im Gesellschaftshaus.

17.00 Uhr: Gottesdienst.

17.00 Uhr: After Work Atelier.

19.00 Uhr: Öffentliche Ortsrats-Sitzung,

09.02.2012

08.00-13.00 Uhr: Wochenmarkt.

09.30-18.30 Uhr: Kunstausstellung – »Bilder vom Meer«.

10.00-17.00 Uhr: Besichtigung der Ostseestation »Was lebt in der Ostsee«.

15.00-17.00 Uhr: Bücherstube im Gesellschaftshaus.

17.00 Uhr: Kinder-Klangmeditation

20.00 Uhr: Ladies Night.

10.02.2012

09.30-18.30 Uhr: Kunstausstellung – »Bilder vom Meer«.

10.00-17.00 Uhr: Besichtigung der Ostseestation »Was lebt in der Ostsee«.

15.00-17.00 Uhr: Bücherstube im Gesellschaftshaus.

15.318.00 Uhr: Schweizer Hüttenzauber.

18.00 Uhr: »Spaziergang durch das alte Travemünde«.

19.00 Uhr: Schach für Jedermann/ frau mit dem TSV Travemünde.

19.30 Uhr: Philosophischer Salon.

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