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 1. APRIL

April, April!

Was Scherz war und was Realität am 01.04.2010

Travemünde 01.04.2010 | Das fiese an den TA-Aprilscherzen ist, dass sie schon Tage vor dem 1.4. mit einem Artikel ihren Anfang nehmen. Zu einer Zeit, wo noch niemand etwas böses ahnt. Und dann am 1. April mit einer kleinen Rede ihre Auflösung finden.

Die Geschichte der Flaschenposts muss neu geschrieben werden: Die Internationale Presse präsentierte heute im Aqua-Top ein ganz besonderes Exemplar. Foto: KARL ERHARD VÖGELE
Die Geschichte der Flaschenposts muss neu geschrieben werden: Die Internationale Presse präsentierte heute im Aqua-Top ein ganz besonderes Exemplar. Foto: KARL ERHARD VÖGELE

So war es 2009 mit der unter Denkmalschutz-Stellung des Trockenrutsch-Turms im Aqua-Top, 2008 mit dem »Anmustern auf der Passat« und 2007 mit dem »U-Boot-Deal«.

Die Veranstalter schätzen die Besucherzahl (nach Jazzweekend-Rechenregeln) auf 150 Gäste zur Flaschenpost-Lesung am 1. April. Foto: KARL ERHARD VÖGELE
Die Veranstalter schätzen die Besucherzahl (nach Jazzweekend-Rechenregeln) auf 150 Gäste zur Flaschenpost-Lesung am 1. April. Foto: KARL ERHARD VÖGELE

In 2010 war es die unglaubliche Geschichte des Hari Plerscz, dem viele Leser auf den Leim gingen. Knobelfreunde haben natürlich erkannt, dass der Name ein Anagramm ist für »Aprilscherz«.

Wo eine Schwimmbadkasse ist, ist auch das Fernsehen nicht weit. Foto: KARL ERHARD VÖGELE
Wo eine Schwimmbadkasse ist, ist auch das Fernsehen nicht weit. Foto: KARL ERHARD VÖGELE

Im Aqua-Top wurde nun der Inhalt der Flaschenpost verlesen. Seltsam genug, dass Rentner Plaerscz die Flasche vor 50 Jahren in die Ostsee geworfen hatte mit einem heute 40 Jahre alten Brief.

TA-Video: Flaschenpost-Lesung im Aqua-Top (Zum Abspielen bitte klicken – Schneller Internet-Zugang erforderlich).

Für den Inhalt brauchte es dann wenig Phantasie, denn die wesentlichen Daten stammen tatsächlich aus dem Nachrichtenblatt »Unser Travemünde« des Gemeinnützigen Vereins, Ausgabe Januar bis März 1970. Und da ist tatsächlich zu Lesen, dass Parkdecks zum Abstellen von Pkws im Zentrum von Travemünde geplant sind. Was ja 40 Jahre später auch Bestandteil des Masterplans der Bauverwaltung ist. Manche Sachen kann man sich eben gar nicht ausdenken...

Das Publikum staunte nicht schlecht: Die Flaschenpost war ein Fake, die Sache mit den Parkpaletten stimmt allerdings. Die finden sich im Masterplan 2010 genauso wie in den Investitionsplänen von 1970 – nur umgesetzt wurden sie nie. Foto: KARL ERHARD VÖGELE
Das Publikum staunte nicht schlecht: Die Flaschenpost war ein Fake, die Sache mit den Parkpaletten stimmt allerdings. Die finden sich im Masterplan 2010 genauso wie in den Investitionsplänen von 1970 – nur umgesetzt wurden sie nie. Foto: KARL ERHARD VÖGELE
Travemünde Aktuell: April, April!

Für Konkurrenz am 1. April sorgte die Travemünder SPD mit ihrer Rücktritts-Erklärung, die viele für einen April-Scherz hielten. Die Sache war allerdings ernst gemeint. Die TA-Meldung, dass Wolfgang Hovestädt Mitglied im Kurbetriebs-Ausschuss wird, hatte das Fass zum Überlaufen gebracht: Das war mit der Lübecker SPD abgesprochen worden, allerdings nicht mit den Travemünder Genossen. Hovestädt wird übrigens nicht für die LINKEN in den Ortsrat einziehen, hat allerdings dem Vernehmen nach heute einen Antrag auf Mitgliedschaft bei der SPD gestellt. Wie gesagt, manche Sachen....

Hans Berg schickte seine Leser mit eine Eisberg-Warnung auf Glatteis. Nach dem erstaunlichen Eiswinter 2010 gar nicht so weit hergeholt... Scrennshot: TA
Hans Berg schickte seine Leser mit eine Eisberg-Warnung auf Glatteis. Nach dem erstaunlichen Eiswinter 2010 gar nicht so weit hergeholt... Scrennshot: TA

Eindeutig ins Reich der April-Scherze gehört dagegen die Eisberg-Warnung von Hans Berg, Betreiber des Priwall-Net.

Genauso wie die Ankündigung von Wolfgang Hovestädt auf der Bürgerversammlung im Rosenhof, wo er dem amüsierten Publikum erklärte, Kiel hätte die Fährpreis-Reduzierung abgelehnt, weil der Priwall nach Mecklenburg verkauft werde.

Wolfgang Hovestädt schickte die Zuhörer der Bürgerversammlung mit dem Priwall-Verkauf in den April, was viele Lacher gab. Mit seiner lokalpolitischen Karriere dagegen scheint er es ernst zu meinen. Foto: TA
Wolfgang Hovestädt schickte die Zuhörer der Bürgerversammlung mit dem Priwall-Verkauf in den April, was viele Lacher gab. Mit seiner lokalpolitischen Karriere dagegen scheint er es ernst zu meinen. Foto: TA

Lübeck würde das Geld für den Flughafen brauchen, erklärte Wolfgang Hovestädt. Obwohl, wer weiß, wenn er die Bürgerschaft da man nicht auf Ideen gebracht hat... TA

Travemünde Aktuell: April, April!

Der Flaschenpost-Brief von 1970 im Originaltext:

Lieber Finder dieser Flaschenpost,

sei herzlich gegrüßt aus dem aufstrebenden Ostseebad Travemünde. Gerade fällt mir ein interessantes Heftchen in die Hand, das »Unser Travemünde« heißt. Ein bisschen etwas daraus will ich hier wiedergeben, damit Du weißt, wie es hier früher einmal war.

Kurdirektor Otto Scharein hat in dem Heft einen schönen Aufsatz geschrieben, der die goldene Zukunft Travemündes beschreibt. Ich kann nur sagen: Welch ein Glück ihr Travemünder habt, dass Ihr so ein verständnisvolles Mütterchen Lübeck habt! Travemünde ist in Top-Form, kein Vergleich zu den verfallenen Seebädern im Osten!

Der Kurdirektor schreibt: »Lübeck hat stets Verständnis für die speziellen Wünsche der Kurverwaltung gehabt! Und für die neuen, modernen, richtungweisenden Kureinrichtungen die notwendigen Mittel zur Verfügung gestellt.«

Lieber Leser, wenn Du diese Zeilen liest und gerade in Travemünde bist, dann stehst Du wahrscheinlich jetzt inmitten einer solchen Kureinrichtung und weißt genau, wovon ich schreibe.

Lübeck, das weiß Kurdirektor Scharein, macht das natürlich nicht ganz uneigennützig. Die Stadtväter wissen: Richtungweisende Kureinrichtungen bringen Fremdenverkehr und das bringt Geld ins Stadtsäckel. Wenn ich mir vorstelle, dass diese Flaschenpost ein paar Jahrzehnte in der Ostsee schwimmt und nun gefunden ist: Was für eine reiche Stadt muss Lübeck inzwischen sein!

In dem Heftchen, das wir gerade lesen, stehen auch ein paar Beispiele aus der ersten Modernisierungsphase von 1959 bis 1969, die ich hier einmal aufzählen will:

Das Kurmittelhaus mit Liege- und Gymnastik-Halle

Das Haus des Kurgastes auf dem Priwall

Das Meerwasserschwimmbad mit Sauna

Drei (!) Campingplätze auf dem Priwall

Zahlreiche (!) sanitäre Einrichtungen!

Und das ist alles nur die Gegenwart. Es gibt noch einen Fünf-Jahres-Investitionsplan, eine Art Masterplan: In Kürze soll es Parkdecks im Zentrum von Travemünde geben, um nur ein Beispiel zu nennen. Und es soll sogar Winterangebote für die Gäste geben. Ein echter Strukturwandel. Aber was erzähle ich Dir! Wenn Du diese Zeilen liest, dann ist das alles ja längst Wirklichkeit!

Gerade habe ich übrigens einen ehrgeizigen jungen Mann kennen gelernt, der in die Lübecker Politik will. Den Wolfgang. Er meint, er will einmal Wirtschaftssenator werden anstelle des Wirtschaftssenators. Und wenn der Wolfgang in Pension geht eines fernen Tages, dann will er »blühende Landschaften« hinterlassen in Travemünde.

So, lieber Leser, nun will ich dich nicht weiter aufhalten, genieße Deinen Urlaub, schwimme ein paar Runden für mich im Meerwasser-Brandungsbad, Dein Auto ist sicher aufgehoben auf einem der modernen Parkdecks, und Dein Zelt kannst Du getrost auf einem der drei Priwall-Campingplätze aufschlagen.

Dein Hari

Travemünde, den 1. April 1970

PS: Der Wolfgang sagt, der Durchstich der Paul-Brümmer-Straße steht unmittelbar bevor!

Travemünde Aktuell: April, April!

Externe Links zum Thema: Eisberg-Warnung auf priwall.net; Flaschenpost-Artikel bei den Kollegen von HL-live, die den Spaß mitmachten, Flaschenpost-Video auf youtube

www.priwall.net/siedlung/news.htm

www.hl-live.de/aktuell/textstart.php?id=60030

www.youtube.com/watch?v=c2DB-7VDpPo


 

 

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Letzter Zugriff auf diesen Artikel am 21.05.2012 um 02:34 Uhr.
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09.00-18.00 Uhr: Hurricane Bootsvermietung – Motorboot fahren.

09.30-18.30 Uhr: Kunstausstellung – »Bilder vom Meer«.

10.00-11.00 Uhr: Große See- und Hafenrundfahrt

10.00-17.00 Uhr: Besichtigung der Viermastbark »Passat«.

11.00-17.00 Uhr: Kunstwerkstatt und Erlebnisatelier.

11.30-12.30 Uhr: Große See- und Hafenrundfahrt

13.00 Uhr: Gästebegrüßung.

13.00-16.00 Uhr: Besuch des ältesten Leuchtturms Deutschlands.

13.00-18.00 Uhr: Bäderfahrt mit Landgang nach Grömitz.

14.00 Uhr: Schiffe in Travemünde / Besuch der Schiffs-Information.

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09.30-18.30 Uhr: Kunstausstellung – »Bilder vom Meer«.

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