Travemünde 07.12.2011 | Etwas Gutes kommt selten allein. Heute in Travemünde war es so. Das Gute zum Ersten betrifft den Bioladen Haferkorn und das Gute zum Zweiten betrifft ein Geschenk für die Jugend. Zuerst aber der Bioladen am heutigen Mittwoch, dem 7. Dezember 2011 in Travemünde mit einem besonderen Tag.

Unter Kennern längst kein Geheimtipp mehr sondern ein Muss. Haferkorn ist Kult für alle, die sich gesund ernähren wollen und eine Atmosphäre wünschen von Charme, Gemütlichkeit, Gelassenheit und Humor im Umgang mit dem Kunden, lockeren Gesprächen über alle Themen dieser Welt, vornehmlich natürlich auch über Themen kommunalpolitischer Art. Letztere auch zum Teil etwas heftig. Ein Genuss! Kai Pachalli oder Zuzan Afschar und wer auch immer hinter der Theke steht, wissen die Kunden gut zu beraten.

Man ist auch jederzeit bereit, Anregungen aufzunehmen und das ohnehin reichhaltige Angebot immer wieder auf die Wünsche der Kunden auszurichten. So war an sich heute diesbezüglich kein besonderer Tag. Doch wer in den Laden kam sah schon neben der Käsetheke und in weiteren Ecken hübsch verteilt einige Leckereien, die ihresgleichen suchen. Denn heute war Geburtstag.

Vor über 10 Jahren hat der Gründer Michael Böttger die Idee gehabt, einen Bioladen aufzumachen – die Idee soll ihm im Eselpark in Nessendorf gekommen sein – so die Legende – und so sei auch der Esel im Logo der Firma zu erklären.

Also heute wurde gefeiert und manch ein Kunde wünschte sich, dass alles so bleiben möge. Das wünschte sich sicherlich auch Marcus Runge, der »Chef« des Hauses der Jugend in Travemünde. Wohl wissend, dass Geburtstag zu feiern ist, kam er artig mit einem kleinen Blumenstrauß. Er kam aber auch, um etwas abzuholen, was sich das ganze Jahr über angesammelt hat und was er seit Jahren nun jährlich bekommt: ganz viele Kupferlinge.

Das ist das Geld, das die Kunden auf dem Ladentisch lassen, weil es in einen großen Topf gesammelt wird und der Inhalt immer am Ende des Jahres dem Haus der Jugend zu einem besonderen Anlass übergeben wird. Viele Kunden spenden auch immer wieder mehr und wer das Ganze noch nicht weiß und mal dabei steht, wenn Susan Afschar so nebenbei bemerkt, wohin die kleinen Kupferlinge trollen, dann hat sich die Zahl der Spender schon wieder erhöht.

Und woher kommt der Brauch? Der stammt wieder vom Gründer Michael Böttger. Legende Nummer 2: er soll sich geärgert haben, dass nach Ladenschluss der Kleinkram immer zu zählen ist und die Bank sogar dafür Geld verlangt. Die Entscheidung kam prompt. Er kippte das ganze rote Kleingeld in einen gerade herumstehenden Topf und dabei ist es geblieben.

Und seither helfen viele Menschen den Topf für die Jugend zu füllen. Marcus Runge wird den heutigen 18 kg schweren Topf zu seinem Haus der Jugend schleppen und die Jungs und Mädchen werden viel Spaß daran haben, die Münzen zu sortieren und zu rollen. Und dann werden wir wissen, wieviel Geld es wirklich war.

Es kann sein, dass dieses Jahr die 400-Euro-Grenze geknackt wird. Und dann werden viele Dinge gekauft, die sich das Haus der Jugend wünscht wie Tennisschläger, Gesellschaftsspiele, Zubehör für das Billard und so weiter. Kupfer für die Jugend – eine schöne Tradition in Travemünde. KEV
Alle Fotos: Karl Erhard Vögele

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Letzter Zugriff auf diesen Artikel am 21.05.2012 um 17:05 Uhr.
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