Travemünde 18.03.2009 | Die kleine Ostsee-Station auf dem Priwall mit ihren Aquarien und Exponaten ist immer gut besucht, Kinder fragen danach, wenn es in den Urlaub geht, wollen immer wieder hin. Jetzt soll die Anlage vergrößert werden: Zum »Naturerlebniszentrum Priwall«. Weitere Ausbaumöglichkeiten deuten sich bereits an: Der Landschaftspflegeverein Dummersdorfer Ufer bekundet Interesse, eine Vogelwarte zu betreiben. Und Waterfront-Investor Sven Hollesen könnte sich vorstellen, ein Öko-Schwimmbad mit anzubauen.

Das Erlebnis soll im Vordergrund stehen im »Naturerlebniszentrum Priwall«. Mit Becken, in denen Kinder auch mal Fische streicheln können. Mit Aquarien, einer Aufzuchtsstation für Fische, Wechselausstellungen und vielem mehr. Travemündes Kurdirektor Uwe Kirchhoff, der das Projekt im Kurbetriebs-Ausschuss vorstellte, sieht ökologisch motivierten Tourismus als Trend des nächsten Jahrzehnts. Da passt ein Naturerlebniszentrum.

Attraktionen im »Naturerlebniszentrum Priwall«:
Mögliche Modelle für das Gebäude, das in das Waterfront-Projekt (möglicher Standort: Höhe Bugspitze der Passat) integriert werden könnte, präsentierten Studenten der Fachhochschule Lübeck unter Professor Conradi. Die Studenten hatten sich viel Mühe gegeben, hatten allein Modelle entworfen, an denen normalerweise zwei ausgebildete Architekten gesessen hätten. Im Ausschuss gab es große Anerkennung für die Arbeiten. »Diese Qualität hätten wir nicht erwartet«, lobt Kurdirektor Uwe Kirchhoff.

Interessant auch für Fischer und Fisch-Feinschmecker: In der Trave ausgestorbene Arten wie Lachs und Meerforelle sollen im Erlebniszentrum gezüchtet und dann in die Trave ausgesetzt werden. Der Lachs war in alten Zeiten der »Brotfisch« der Lübecker, kam in rauen Mengen vor. Alte Straßennamen wie »Lachswehr« zeugen noch von dieser Zeit. Inzwischen ist der Fluss wieder sauber genug, dass die Tiere zurückkehren können.

Interessiert am Naturerlebniszentrum Priwall zeigte sich auch der Landschaftspflegeverein Dummersdorfer Ufer, der eine Vogelwarte mit Infos und Exponaten in die Anlage integrieren möchte. Immerhin liegt der Priwall mitten in der Europäischen Vogelfluglinie. An der Südspitze des Priwall könnte dann eine kleiner hölzerner Aussichtsturm zur Vogel-Beobachtung entstehen.

Ebenfalls interessiert ist Sven Hollesen vom Waterfront-Projekt. Er könnte sich vorstellen, ein ökologisch ausgerichtetes Schwimmbad (öffentlich oder nicht-öffentlich) an das Erlebniszentrum anzugliedern. Dadurch könnte es Ersparnisse im technischen Bereich geben. Mit finanzieren wird Hollesen das Erlebniszentrum wahrscheinlich nicht.

Das »Naturerlebniszentrum Priwall« würde überregionale Besucher ebenso anziehen wie Tagesgäste, wäre Reisemotivation für Urlauber. Ziel der Planungen ist, dass zumindest die laufenden Betriebskosten durch Eintrittsgelder erwirtschaftet werden. Bei den Investitionskosten sollen eventuell Fördergelder eingeworben werden. Nach ersten Planungen könnte der Eintritt bei 9,00 Euro für Erwachsene liegen, für Kinder bei 6,00 Euro.
Letztlich hätte das »Naturerlebniszentrum Priwall« die in Travemünde viel geforderte »Saisonverlängernde Wirkung«. Die Einrichtung (auch ein Café ist geplant) wird ja ganzjährig betrieben. Und mit der Anlage könnte Travemünde für den Ort als ganzes werben, sie wäre ein Marketing-Tool für die Touristiker. TA


Externer Link zum Thema: Ein schönes Beispiel für ein bestehendes Naturerlebniszentrum ist das »Müritzeum«.
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Letzter Zugriff auf diesen Artikel am 04.02.2012 um 07:35 Uhr.
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