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 ORTSGESCHEHEN

Der Passat Chor feiert »Am Ende der Welt« mit einem begeisterten Publikum den Höhepunkt seiner Konzertreise durch Argentinien

Reisetagebuch Teil 13

Travemünde/Ushuaia 16.03.2010 | Mit etwas Verspätung erreicht der Passat Chor Ushuaia, die südlichste Stadt der Welt, zugleich die letzte Station der Konzertreise. Hier sei »Alles« was es hier gibt, nämlich der, die oder das »Südlichste«, also der südlichste Leuchtturm, die südlichste Pizzeria oder das südlichste Postamt der Welt, oder was auch immer, meint Veronica, unsere Reiseleiterin in akzentfreiem Deutsch.

Blick auf die Anden beim Anflug auf den Flughafen Ushuaia. Foto: JENS SCHRÖTER
Blick auf die Anden beim Anflug auf den Flughafen Ushuaia. Foto: JENS SCHRÖTER

Kaum im Bus Platz genommen, klärt sich auch auf, warum wir, eben aus dem Flugzeug ausgestiegen, so viele Militärs in Paradeuniform gesehen haben. Wenige Minuten nach uns landete die Präsidentinnenmaschine zu einem Besuch in Ushuaia.

Protestierende Lehrer vor der Ankunft der Argentinischen Präsidentin. Foto: KARL ERHARD VÖGELE
Protestierende Lehrer vor der Ankunft der Argentinischen Präsidentin. Foto: KARL ERHARD VÖGELE

Kurz nach Verlassen des Flughafens treffen wir auf eine Demo mit vielen Transparenten, Trommlern und aufgeregt winkenden und gestikulierenden Menschen. Dies seien Lehrer, so Veronica, die mehr Gehalt fordern. Sie hätten angesichts des Besuches der Präsidentin den Unterricht bereits in der zweiten Woche ausfallen lassen. Zu wenig würden sie verdienen und daher gäbe es in den staatlichen Schulen Lehrermangel.

Im südlichsten Postamt der Welt gibt es auf Wunsch und gegen Gebühr sowie das extra für die deutschen Besucher aufgelegte Lied von der Lili Marlen einen Stempel in den Pass, wonach man »Das Ende der Welt« besucht habe. Foto: KARL ERHARD VÖGELE
Im südlichsten Postamt der Welt gibt es auf Wunsch und gegen Gebühr sowie das extra für die deutschen Besucher aufgelegte Lied von der Lili Marlen einen Stempel in den Pass, wonach man »Das Ende der Welt« besucht habe. Foto: KARL ERHARD VÖGELE

Unser Hotel sei auch wegen der Proteste im Moment nicht zu erreichen und daher hat unsere Reiseleiterin den Besuch des Nationalparkes vorgezogen zu dem wir ohnehin fahren wollten. Im Nationalpark endet die in Alaska beginnende Nationalstraße 3. Dort entstand auch das südlichste je aufgenommene Gruppenfoto des Passatchores.

Der Stempel im Pass. Foto: KARL ERHARD VÖGELE
Der Stempel im Pass. Foto: KARL ERHARD VÖGELE

Die anschließende Fahrt ins Hotel galt der Vorbereitung des abendlichen Konzertes. Es wird in einem Museum stattfinden, das bis 1949 ein großes Gefängnis war und die gefährlichsten Verbrecher und politischen Gegner des Landes aufnahm. Der Essensaal der Gefangenen ist als Konzertsaal eingerichtet. Der Passatchor teilte sich das Konzert mit dem Chor ProArte, der den Abend mit historischen Gesängen eröffnete, begleitet von einem Ensemble mit historischen Instrumenten. Das Publikum akzeptierte spontan den etwas kühnen Übergang von klassischer Musik hin zum maritim-folkloristischen Programm des Passat Chors mit herzlichem Beifall. Der berühmte Funke sprang sofort über und führte den Chor zum dem herausragenden musikalischen Höhepunkt der ganzen Konzertreise. Die Glückwünsche des Passat Chores galten ihrem musikalischen Leiter Stephan M. Fleck – respektvoll Comandante genannt. Er konnte mit seiner vorzüglichen Arbeit der intensiven Proben und seiner musikalischen Betreuung von Chor und Combo auch einen ganz persönlichen und über alles verdienten großartigen Erfolg einfahren.

Das südlichste aller vom Passatchor aufgenommenen Gruppenfotos am »Ende der Welt«, zugleich Schlusspunkt der Nationalstraße 3, der Pan Americana, die in Alaska beginnt und im Feuerland endet. Foto: KARL ERHARD VÖGELE
Das südlichste aller vom Passatchor aufgenommenen Gruppenfotos am »Ende der Welt«, zugleich Schlusspunkt der Nationalstraße 3, der Pan Americana, die in Alaska beginnt und im Feuerland endet. Foto: KARL ERHARD VÖGELE

Erst nach mehreren Zugaben und Standing Ovations konnten die »lüb’schen Botschafter« zum anschließenden Empfang entlassen werden. Auch dort gab es noch Ständchen und viele herzliche Gespräche.

Mehr als 200 Zuhörer fanden sich im ehemaligen Gefängnis und heutigen Museum ein. Die anfänglich etwas eigenartige Akustik im ehemaligen Essensaal verbesserte sich hörbar, als der Saal bis auf den letzten Platz gefüllt war. Traditionell schmückten Hartmut Haase und Helfer aus dem Chor die Räumlichkeiten mit der Lüb’schen Fahne und der Fahne des Passat Chors. Am Anfang und Schluß des Konzertes wurden Flyer in der Landessprache über Lübeck verteilt. Lüb’sches Gold gab es für die überraschten Besucher obendrein. Foto: KARL ERHARD VÖGELE
Mehr als 200 Zuhörer fanden sich im ehemaligen Gefängnis und heutigen Museum ein. Die anfänglich etwas eigenartige Akustik im ehemaligen Essensaal verbesserte sich hörbar, als der Saal bis auf den letzten Platz gefüllt war. Traditionell schmückten Hartmut Haase und Helfer aus dem Chor die Räumlichkeiten mit der Lüb’schen Fahne und der Fahne des Passat Chors. Am Anfang und Schluß des Konzertes wurden Flyer in der Landessprache über Lübeck verteilt. Lüb’sches Gold gab es für die überraschten Besucher obendrein. Foto: KARL ERHARD VÖGELE

Erst weit nach Mitternacht endete dieser ereignisreiche Tag. »Morgen früh schlafe ich aber endliche mal wieder aus – kein Termin, kein Kofferpacken, kein wartender Bus«. So verschwanden die Sänger und Musiker der Combo leise vor sich hin summend, zwar müde, aber immer noch mit flotten Sprüchen auf den Lippen recht guter Dinge im Hotel. Man freute sich auf die Fahrt zu den Pinguinen – aber erst Morgen und am Nachmittag. Ich melde mich wieder. KEV

Jens Schröter übergab dem Chorleiter von ProArte, Dir. Guillermo Quadri (r) das Gastgeschenk und als Dankeschön für die Vorbereitung des Konzertes einen Lüb’schen Leuchter. Foto: KARL ERHARD VÖGELE
Jens Schröter übergab dem Chorleiter von ProArte, Dir. Guillermo Quadri (r) das Gastgeschenk und als Dankeschön für die Vorbereitung des Konzertes einen Lüb’schen Leuchter. Foto: KARL ERHARD VÖGELE
Hartmut Haase, Vorsitzender des Vereins »Rettet die Passat e.V.« übergab dem Leiter des Museums, Dir. Museo Maritimo, als Erinnerung und für die Unterstützung bei der Planung des Konzertes die Passat-Krawatte, die Dir. Maritimo mit sichtbarer Freude entgegen nahm. Foto: KARL ERHARD VÖGELE
Hartmut Haase, Vorsitzender des Vereins »Rettet die Passat e.V.« übergab dem Leiter des Museums, Dir. Museo Maritimo, als Erinnerung und für die Unterstützung bei der Planung des Konzertes die Passat-Krawatte, die Dir. Maritimo mit sichtbarer Freude entgegen nahm. Foto: KARL ERHARD VÖGELE
Ein Foto mit Seltenheitswert: Anja, unsere Akkordeonistin hat ihr (richtigerweise: das von der Firma Hohner für diese Reise gesponserte) Instrument gegen ein Glas Wein ausgetauscht und singt gemeinsam mit dem Passat Chor ein privatissime Ständchen für unsere musikalischen Gastgeber. Foto: KARL ERHARD VÖGELE
Ein Foto mit Seltenheitswert: Anja, unsere Akkordeonistin hat ihr (richtigerweise: das von der Firma Hohner für diese Reise gesponserte) Instrument gegen ein Glas Wein ausgetauscht und singt gemeinsam mit dem Passat Chor ein privatissime Ständchen für unsere musikalischen Gastgeber. Foto: KARL ERHARD VÖGELE

TA-Lesetipps zum Thema:

Reisetagebuch Teil 1: Passatchor startet verspätet zur Konzertreise nach Argentinien (05.03.2010)

Reisetagebuch Teil 2: Ein Betankungsventil hat die Sache ganz spannend gemacht (06.03.2010)

Reisetagebuch Teil 3: Rauschender Beifall vor faszinierender Kulisse (08.03.2010)

Reisetagebuch Teil 4: Lieder aus der alten Heimat (09.03.2010)

Reisetagebuch Teil 5: Paseo del Coro Passat und ein Empfang in der Deutschen Botschaft aus Anlass des Besuches des Deutschen Außenministers (09.03.2010)

Reisetagebuch Teil 6: Kleine Stadtrundfahrt in Buenos Aires vor dem großen abendlichen Konzert im Goethe-Institut (10.03.2010)

Reisetagebuch Teil 7: Der Passat Chor wird mit seinem in Buenos Aires letzten Konzert im Goethe-Institut in den Räumen der Deutsch-Argentinischen Handelskammer begeistert gefeiert (11.03.2010)

Reisetagebuch Teil 8: Der Passatchor besuchte eine Ranch und verabschiedete sich am Abend in den Kneipen ums Hotel herum von der schönen Stadt am Rio de la Plata (12.03.2010)

Reisetagebucht Teil 9: Auf in die Gletscher – Der Passat Chor auf abenteuerlichen Wegen im Nahuel Huapi Nationalpark in den Anden (Nord Patagonien) (13.03.2010)

Reisetagebuch Teil 10: Auf in den Süden von Argentinien (13.03.2010)

Reisetabeuch Teil 11: Von Bariloche Flug ins 1400 km weiter südlich liegende El Calafate zum Gletscher Puerto Moreno (15.03.2010)

Reisetagebuch Teil 12: Ausflug auf dem Katamaran zu Eisbergen und Gletschern auf dem Lago Argentino bei El Calafate (15.03.2010)


 

 

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Letzter Zugriff auf diesen Artikel am 07.02.2012 um 19:20 Uhr.
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